Sie würde den perfekten Stoff für eine Familiensaga abgeben. Die Geschichte der Seibels erstreckt sich vom Wilhelminischen Zeitalter über das turbulente 20. Jahrhundert bis hinein in das „heute“ und „jetzt“. Eine wechselvolle Familiengeschichte über inzwischen fünf Generationen und nur deshalb ohne „Happy End“, weil ein Ende noch lange nicht in Sicht ist. Heute führt Wilhelm Seibel in fünfter Generation das Unternehmen, das Wilhelm Seibel I. als Britaniawarenfabrik 1895 in Mettmann gegründet hat. Wurden in der benachbarten „Klingenstadt“ Solingen die Messer geschmiedet, so gilt Mettmann als Wiege der Besteckindustrie.

Einfach
Ehrlich

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Sie würde den perfekten Stoff für eine Familiensaga abgeben. Die Geschichte der Seibels erstreckt sich vom Wilhelminischen Zeitalter über das turbulente 20. Jahrhundert bis hinein in das „heute“ und „jetzt“. Eine wechselvolle Familiengeschichte über inzwischen fünf Generationen und nur deshalb ohne „Happy End“, weil ein Ende noch lange nicht in Sicht ist. Heute führt Wilhelm Seibel in fünfter Generation das Unternehmen, das Wilhelm Seibel I. als Britaniawarenfabrik 1895 in Mettmann gegründet hat. Wurden in der benachbarten „Klingenstadt“ Solingen die Messer geschmiedet, so gilt Mettmann als Wiege der Besteckindustrie.
Heute heißt die Britaniawarenfabrik der Seibels schlicht und einfach mono. Sie hat ihren Sitz wieder in Mettmann – ansonsten ist aber alles ganz anders gekommen, als sich Wilhelm I. das vermutlich vorgestellt hätte. Wie nicht anders zu erwarten, sollte das Besteck dabei immer eine geradezu schicksalhafte Rolle spielen. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Massenproduktion mit dem neuen Wirkstoff Aluminium förmlich aufgeblüht, die Seibelschen Besteckwerke expandierten und exportierten praktisch in die gesamte Welt. Auch wenn damals von Design noch nicht offiziell die Rede war, so wurde doch bereits ein schlicht-funktionales Werksdesign bevorzugt. Nach dem Krieg ging die Expansion zunächst munter weiter – gefolgt allerdings bereits Ende der 50er Jahre von einem umso rasanteren Abschwung, als die Japaner den Markt mit billiger Massenware förmlich überschwemmten.

mono nennt sich selbst die „deutsche Manufaktur der Design-Originale“. Vor allem ist mono eine Marke mit Geschichte: Es ist Familien- und Industriegeschichte zugleich – und immer wieder spielt das Besteck Schicksal

Herbert Seibel, Enkel des Gründers, trifft deshalb auf der Suche nach einer erfolgsversprechenden Nische 1958 eine ebenso mutige wie wegweisende Entscheidung: Er will sich auf designorientierte Produkte konzentrieren, knüpft Kontakte zur Staatlichen Werkkunstschule in Kassel – und wieder beginnt die schicksalhafte Wendung mit einem Besteck. Professor Peter Raake entwirft für ihn eines der formal schlichtesten und bis heute meistverkauften Bestecke – das mono-a, gefertigt aus einem einzigen Stück Edelstahlt, einem sogenannten Monoblock. Bis heute nahezu unverändert produziert, erlangt es in den folgenden Jahrzehnten Weltruhm. Als Wilhelm Seibel IV. 1984 die Firma übernimmt, nennt er sie – inspiriert vom großen Erfolg des Bestecks – in „mono“ um. Seit 1985 ist auch sein Sohn Wilhelm Seibel V. im Unternehmen aktiv, 1986 wird der Firmensitz nach Mettmann zurückverlegt, 2006 übernimmt mono mit Pott eine alteingesessene Besteckmanufaktur aus Solingen und führt diese als „Edition Pott“ fort.
mono steht für eine Haltung
Und wofür steht die Marke heute? „Die deutsche Manufaktur der Design-Originale“ lautet das offizielle Leitmotiv. „mono steht für eine Haltung“, sagt Wilhelm Seibel, der das Familienunternehmen und die damit verbundene Haltung gleichsam verkörpert. Ehrlichkeit in Bezug auf Materialität und Verarbeitung sowie Kompromisslosigkeit – auch bei der Produktauswahl – sind sozusagen zur DNA von mono geworden. Aus der Massenfertigung der Britaniawarenfabrik ist ein Manufakturanspruch entstanden, dem Herstellungsprozess kommt wieder besondere Bedeutung zu. Seibel: „Unsere Produkte werden aus Materialien hergestellt, die immer zu 100 Prozent wirklich nur dieses Material sind“. Beschichtungen sind für ihn undenkbar, „weil jede Beschichtung irgendwann einmal wieder abgeht“. So sind bei der Teekanne – längst eine weitere mono-Ikone – alle Metallteile aus Edelstahl, was natürlich wesentlich teurer kommt als billige Grundmaterialien einfach zu verchromen. Bis heute wird an traditionellen Fertigungsverfahren festgehalten. So werden mono-Bestecke in rund 30 Arbeitsschritten angefertigt, die Hand und das Auge erfahrener Handwerksmeister sind dafür unersetzlich. Entscheidend ist aber auch der Standort Mettmann: Neben der familiären Verbundenheit zur Gründungsstadt ist die Nähe zur Klingenstadt Solingen und zum Ruhrgebiet mit seinen vielen metallverarbeitenden Dienstleistern ein großer Standortvorteil. Und ein Beitrag zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Produktion, die bei mono bereits im Design verankert ist. So sorgt bereits die reine Materialität dafür, dass sich Produkte wie mono-a praktisch abfallfrei herstellen lassen.
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Sie würde den perfekten Stoff für eine Familiensaga abgeben. Die Geschichte der Seibels erstreckt sich vom Wilhelminischen Zeitalter über das turbulente 20. Jahrhundert bis hinein in das „heute“ und „jetzt“. Eine wechselvolle Familiengeschichte über inzwischen fünf Generationen und nur deshalb ohne „Happy End“, weil ein Ende noch lange nicht in Sicht ist. Heute führt Wilhelm Seibel in fünfter Generation das Unternehmen, das Wilhelm Seibel I. als Britaniawarenfabrik 1895 in Mettmann gegründet hat. Wurden in der benachbarten „Klingenstadt“ Solingen die Messer geschmiedet, so gilt Mettmann als Wiege der Besteckindustrie.
Heute heißt die Britaniawarenfabrik der Seibels schlicht und einfach mono. Sie hat ihren Sitz wieder in Mettmann – ansonsten ist aber alles ganz anders gekommen, als sich Wilhelm I. das vermutlich vorgestellt hätte. Wie nicht anders zu erwarten, sollte das Besteck dabei immer eine geradezu schicksalhafte Rolle spielen. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Massenproduktion mit dem neuen Wirkstoff Aluminium förmlich aufgeblüht, die Seibelschen Besteckwerke expandierten und exportierten praktisch in die gesamte Welt. Auch wenn damals von Design noch nicht offiziell die Rede war, so wurde doch bereits ein schlicht-funktionales Werksdesign bevorzugt. Nach dem Krieg ging die Expansion zunächst munter weiter – gefolgt allerdings bereits Ende der 50er Jahre von einem umso rasanteren Abschwung, als die Japaner den Markt mit billiger Massenware förmlich überschwemmten.

mono nennt sich selbst die
„deutsche Manufaktur der Design-Originale“.
Vor allem ist mono eine Marke mit Geschichte:
Es ist Familien- und Industriegeschichte
zugleich – und immer wieder spielt
das Besteck Schicksal

Herbert Seibel, Enkel des Gründers, trifft deshalb auf der Suche nach einer erfolgsversprechenden Nische 1958 eine ebenso mutige wie wegweisende Entscheidung: Er will sich auf designorientierte Produkte konzentrieren, knüpft Kontakte zur Staatlichen Werkkunstschule in Kassel – und wieder beginnt die schicksalhafte Wendung mit einem Besteck. Professor Peter Raake entwirft für ihn eines der formal schlichtesten und bis heute meistverkauften Bestecke – das mono-a, gefertigt aus einem einzigen Stück Edelstahlt, einem sogenannten Monoblock. Bis heute nahezu unverändert produziert, erlangt es in den folgenden Jahrzehnten Weltruhm. Als Wilhelm Seibel IV. 1984 die Firma übernimmt, nennt er sie – inspiriert vom großen Erfolg des Bestecks – in „mono“ um. Seit 1985 ist auch sein Sohn Wilhelm Seibel V. im Unternehmen aktiv, 1986 wird der Firmensitz nach Mettmann zurückverlegt, 2006 übernimmt mono mit Pott eine alteingesessene Besteckmanufaktur aus Solingen und führt diese als „Edition Pott“ fort.
mono steht für eine Haltung
Und wofür steht die Marke heute? „Die deutsche Manufaktur der Design-Originale“ lautet das offizielle Leitmotiv. „mono steht für eine Haltung“, sagt Wilhelm Seibel, der das Familienunternehmen und die damit verbundene Haltung gleichsam verkörpert. Ehrlichkeit in Bezug auf Materialität und Verarbeitung sowie Kompromisslosigkeit – auch bei der Produktauswahl – sind sozusagen zur DNA von mono geworden. Aus der Massenfertigung der Britaniawarenfabrik ist ein Manufakturanspruch entstanden, dem Herstellungsprozess kommt wieder besondere Bedeutung zu. Seibel: „Unsere Produkte werden aus Materialien hergestellt, die immer zu 100 Prozent wirklich nur dieses Material sind“. Beschichtungen sind für ihn undenkbar, „weil jede Beschichtung irgendwann einmal wieder abgeht“. So sind bei der Teekanne – längst eine weitere mono-Ikone – alle Metallteile aus Edelstahl, was natürlich wesentlich teurer kommt als billige Grundmaterialien einfach zu verchromen. Bis heute wird an traditionellen Fertigungsverfahren festgehalten. So werden mono-Bestecke in rund 30 Arbeitsschritten angefertigt, die Hand und das Auge erfahrener Handwerksmeister sind dafür unersetzlich. Entscheidend ist aber auch der Standort Mettmann: Neben der familiären Verbundenheit zur Gründungsstadt ist die Nähe zur Klingenstadt Solingen und zum Ruhrgebiet mit seinen vielen metallverarbeitenden Dienstleistern ein großer Standortvorteil. Und ein Beitrag zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Produktion, die bei mono bereits im Design verankert ist. So sorgt bereits die reine Materialität dafür, dass sich Produkte wie mono-a praktisch abfallfrei herstellen lassen.
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Heute heißt die Britaniawarenfabrik der Seibels schlicht und einfach mono. Sie hat ihren Sitz wieder in Mettmann – ansonsten ist aber alles ganz anders gekommen, als sich Wilhelm I. das vermutlich vorgestellt hätte. Wie nicht anders zu erwarten, sollte das Besteck dabei immer eine geradezu schicksalhafte Rolle spielen. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Massenproduktion mit dem neuen Wirkstoff Aluminium förmlich aufgeblüht, die Seibelschen Besteckwerke expandierten und exportierten praktisch in die gesamte Welt. Auch wenn damals von Design noch nicht offiziell die Rede war, so wurde doch bereits ein schlicht-funktionales Werksdesign bevorzugt. Nach dem Krieg ging die Expansion zunächst munter weiter – gefolgt allerdings bereits Ende der 50er Jahre von einem umso rasanteren Abschwung, als die Japaner den Markt mit billiger Massenware förmlich überschwemmten.

mono nennt sich selbst die
„deutsche Manufaktur der Design-Originale“.
Vor allem ist mono eine Marke mit Geschichte:
Es ist Familien- und Industriegeschichte
zugleich – und immer wieder spielt
das Besteck Schicksal

Herbert Seibel, Enkel des Gründers, trifft deshalb auf der Suche nach einer erfolgsversprechenden Nische 1958 eine ebenso mutige wie wegweisende Entscheidung: Er will sich auf designorientierte Produkte konzentrieren, knüpft Kontakte zur Staatlichen Werkkunstschule in Kassel – und wieder beginnt die schicksalhafte Wendung mit einem Besteck. Professor Peter Raake entwirft für ihn eines der formal schlichtesten und bis heute meistverkauften Bestecke – das mono-a, gefertigt aus einem einzigen Stück Edelstahlt, einem sogenannten Monoblock. Bis heute nahezu unverändert produziert, erlangt es in den folgenden Jahrzehnten Weltruhm. Als Wilhelm Seibel IV. 1984 die Firma übernimmt, nennt er sie – inspiriert vom großen Erfolg des Bestecks – in „mono“ um. Seit 1985 ist auch sein Sohn Wilhelm Seibel V. im Unternehmen aktiv, 1986 wird der Firmensitz nach Mettmann zurückverlegt, 2006 übernimmt mono mit Pott eine alteingesessene Besteckmanufaktur aus Solingen und führt diese als „Edition Pott“ fort.
mono steht für eine Haltung
Und wofür steht die Marke heute? „Die deutsche Manufaktur der Design-Originale“ lautet das offizielle Leitmotiv. „mono steht für eine Haltung“, sagt Wilhelm Seibel, der das Familienunternehmen und die damit verbundene Haltung gleichsam verkörpert. Ehrlichkeit in Bezug auf Materialität und Verarbeitung sowie Kompromisslosigkeit – auch bei der Produktauswahl – sind sozusagen zur DNA von mono geworden. Aus der Massenfertigung der Britaniawarenfabrik ist ein Manufakturanspruch entstanden, dem Herstellungsprozess kommt wieder besondere Bedeutung zu. Seibel: „Unsere Produkte werden aus Materialien hergestellt, die immer zu 100 Prozent wirklich nur dieses Material sind“. Beschichtungen sind für ihn undenkbar, „weil jede Beschichtung irgendwann einmal wieder abgeht“. So sind bei der Teekanne – längst eine weitere mono-Ikone – alle Metallteile aus Edelstahl, was natürlich wesentlich teurer kommt als billige Grundmaterialien einfach zu verchromen. Bis heute wird an traditionellen Fertigungsverfahren festgehalten. So werden mono-Bestecke in rund 30 Arbeitsschritten angefertigt, die Hand und das Auge erfahrener Handwerksmeister sind dafür unersetzlich. Entscheidend ist aber auch der Standort Mettmann: Neben der familiären Verbundenheit zur Gründungsstadt ist die Nähe zur Klingenstadt Solingen und zum Ruhrgebiet mit seinen vielen metallverarbeitenden Dienstleistern ein großer Standortvorteil. Und ein Beitrag zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Produktion, die bei mono bereits im Design verankert ist. So sorgt bereits die reine Materialität dafür, dass sich Produkte wie mono-a praktisch abfallfrei herstellen lassen.
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By | 2018-01-05T13:10:14+01:00 Dezember 8th, 2017|Taste Green|Kommentare deaktiviert für Einfach Ehrlich