Wo ist das satteste, sprühendste Grün Europas zu sehen? Wer jetzt ins Grübeln kommt, sollte seinen Finger auf der Landkarte auf den Norden Großbritanniens schieben. Eines der schönsten Länder der Welt liegt direkt vor unserer Haustür:  Der mystische Sehnsuchtsort Schottland.

Einmal tief durchatmen in Schottland

Eines vorweg: Wer nach Schottland reist, sollte Regen mögen. Und diesen leichten Hauch von Nieselregen, der meistens in der Luft liegt. Auch das Thema Mücken ist von Relevanz. Zumindest dann, wenn es einen in den Sommer-Monaten in den Nordwesten Großbritanniens zieht. Wer jedoch beim Klischee vom monotonen schönen, grünen Schottland stehen bleibt, verpasst so einiges. Die Schotten haben weit mehr zu bieten als bloß Dudelsack, Schottenrock, Seeungeheuer Nessie und den guten alten Whiskey.
Das relativ dünn besiedelte Land mit seinen zahlreichen einsamen und bergigen Landschaften hält atemberaubende Überraschungen bereit, von denen nur die wenigsten wissen.
Farbenprächtige Gartenanlagen aus historischer Tradition
Trotz Atlantiknähe herrscht ein überraschend gemäßigtes Klima in Schottland. Dieses beschert vielen Teilen des Landes eine erstaunlich exotische Pflanzenwelt. Grund dafür ist der Golfstrom, der ein warmes Mikroklima entstehen lässt. Ähnlich exotisch mutet auch die Sprachvielfalt in Schottland an. So werden neben Englisch auch die westgermanische Sprache Lowland Scots und Schottisch-Gälisch gesprochen. Das Schottisch-Gälische ist im Übrigens schuld an so eigenartig klingenden Worten wie „Loch“, der Bezeichnung für Wasserflächen aller Art. Auf die trifft man auf seinen Reisen in Schottland sehr oft. Loch Ness, der zweitgrößte Sees Schottlands, dürfte jedem ein Begriff sein. Ein Besuch lohnt allerdings eher nicht.
Da die Schotten, wie übrigens auch andere Briten, ein historisch geübtes Händchen für den Gartenbau besitzen, trifft man auch in diesem Teil der Insel immer wieder auf kunstvoll gestaltete Blumen- und Parkanlagen mit teilweise geradezu kitschiger Pracht. Da diese oft als Teil von Schloss- und Burganlagen angelegt werden, lässt sich häufig kaum sagen, was mehr beeindruckt: Die vielseitige Architektur oder die grünen und farbenprächtigen Floralkompositionen.
Ob Wandern, entlang von wildromantischen Küstenwegen oder durch grün bemooste Berglandschaften. Ob Sightseeing, z. B. der zahlreichen Schlösser, Burgen und Ruinen mit ihren jeweils spannenden Geschichten. Ob Genusswandeln, mit reichhaltigem Seafood-Angebot frisch aus dem Atlantik und eigenartigen Delikatessen wie dem schottischen Nationalgericht Haggis und dem unvermeidlichen Black Pudding: Für Abwechslung ist gesorgt. Genauso, wie für atemberaubenden Aussichten in urwüchsigen Landschaften.
Glen Coe: Wandern mit Gepäck-Lieferservice im romantischsten Tal der Welt
Gerade Wanderer kommen in Schottland definitiv auf ihre Kosten. Zu den beliebtesten Strecken zählt der schottische Fernwanderweg West Highland Way, der bei Glasgow beginnt und nach Fort William führt. Er endet in der Nähe des Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands. Ein besonderes Highlight auf dieser Strecke ist das für seine grüne Schönheit berühmte Glen Coe Tal. Für den gesamten Weg benötigt man etwa sechs bis neun Tage.
Viele der durchschnittlich etwa 50.000 Wanderer pro Jahr gehen ihre Reise übrigens ziemlich professionell an, indem sie ihr Reisegepäck von einem Lieferservice in die vorab gebuchten Pensionen entlang der Strecke liefern lassen. So bleibt der Rücken auf der Tour frei von schwerem Gepäck. Noch entspannter lässt sich so eine Reise mit einem Mietwagen realisieren, mit dem man Wandern und Sightseeing dosiert kombinieren kann. Allerdings sind die engen, kurvenreichen Straßen und der Linksverkehr durchaus ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Charles Rennie Mackintoshs Hill House: Ein eigenwilliges Architektur-Experiment
Auf der Strecke zwischen Glasgow und besagtem Glencoe Tal befindet sich ein Geheimtipp für alle Design-und Architektur-Fans und ist in jedem Fall einen Abstecher wert: Das bei Helensburgh gelegene Hill House von Charles Rennie Mackintosh. Die Gestaltung der eigenwilligen Privatvilla besticht durch eine undefinierbare Vielfalt von Stilrichtungen wie Art Nouveau, Arts and Crafts und Elementen japanischer Architektur. Die dekorativen Muster setzen sich in speziell angefertigten Möbeln und Textilien in den Innenräumen fort. Für die Besichtigung der Innenräume, des Gartens (siehe oben!) und eine Tasse Tee im stilechten Mini-Café sollte man sich ruhig etwas Zeit nehmen.
Auch die 1269 erbaute Burg Blair Castle ist einen Besuch Wert. Sie ist in einem sehr gut sanierten Zustand und täglich für Touristen zur Besichtigung geöffnet. Auf der Burg sind bis heute auch die Atholl Highlanders stationiert, die einzige legale Privatarmee Europas, welche aber nur eine rein zeremonielle Leibgarde ist.
Fazit: Schottland, eines der lebenswertesten Länder der Welt
Ein Urlaub allein ist nicht ausreichend, um der Vielfalt Schottlands gerecht zu werden. Und wenn man das Festland in allen Himmelsrichtungen erkundet hat, inklusive der beiden Metropolen Edinburgh und Glasgow mit all ihren Highlights, bleiben zusätzlich noch die Inseln zu ergründen. Was die höflichen und freundlichen Schotten im Übrigen gar nicht mögen: Gehetztheit. Auch dies mag mit ein Grund dafür sein, dass Schottland regelmäßig als eines der lebenswertesten und glücklichsten Länder der Welt kuratiert wird. Mit Geduld, einer Extra-Tasse Tee nach feiner britischer Art und einem Stück süßen Gebäck lebt es sich eben angenehmer.

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Eines vorweg: Wer nach Schottland reist, sollte Regen mögen. Und diesen leichten Hauch von Nieselregen, der meistens in der Luft liegt. Auch das Thema Mücken ist von Relevanz. Zumindest dann, wenn es einen in den Sommer-Monaten in den Nordwesten Großbritanniens zieht. Wer jedoch beim Klischee vom monotonen schönen, grünen Schottland stehen bleibt, verpasst so einiges. Die Schotten haben weit mehr zu bieten als bloß Dudelsack, Schottenrock, Seeungeheuer Nessie und den guten alten Whiskey. Das relativ dünn besiedelte Land mit seinen zahlreichen einsamen und bergigen Landschaften hält atemberaubende Überraschungen bereit, von denen nur die wenigsten wissen.
Farbenprächtige Gartenanlagen aus historischer Tradition
Trotz Atlantiknähe herrscht ein überraschend gemäßigtes Klima in Schottland. Dieses beschert vielen Teilen des Landes eine erstaunlich exotische Pflanzenwelt. Grund dafür ist der Golfstrom, der ein warmes Mikroklima entstehen lässt. Ähnlich exotisch mutet auch die Sprachvielfalt in Schottland an. So werden neben Englisch auch die westgermanische Sprache Lowland Scots und Schottisch-Gälisch gesprochen. Das Schottisch-Gälische ist im Übrigens schuld an so eigenartig klingenden Worten wie „Loch“, der Bezeichnung für Wasserflächen aller Art. Auf die trifft man auf seinen Reisen in Schottland sehr oft. Loch Ness, der zweitgrößte Sees Schottlands, dürfte jedem ein Begriff sein. Ein Besuch lohnt allerdings eher nicht.
Da die Schotten, wie übrigens auch andere Briten, ein historisch geübtes Händchen für den Gartenbau besitzen, trifft man auch in diesem Teil der Insel immer wieder auf kunstvoll gestaltete Blumen- und Parkanlagen mit teilweise geradezu kitschiger Pracht. Da diese oft als Teil von Schloss- und Burganlagen angelegt werden, lässt sich häufig kaum sagen, was mehr beeindruckt: Die vielseitige Architektur oder die grünen und farbenprächtigen Floralkompositionen.
Ob Wandern, entlang von wildromantischen Küstenwegen oder durch grün bemooste Berglandschaften. Ob Sightseeing, z. B. der zahlreichen Schlösser, Burgen und Ruinen mit ihren jeweils spannenden Geschichten. Ob Genusswandeln, mit reichhaltigem Seafood-Angebot frisch aus dem Atlantik und eigenartigen Delikatessen wie dem schottischen Nationalgericht Haggis und dem unvermeidlichen Black Pudding: Für Abwechslung ist gesorgt. Genauso, wie für atemberaubenden Aussichten in urwüchsigen Landschaften.
Glen Coe: Wandern mit Gepäck-Lieferservice im romantischsten Tal der Welt
Gerade Wanderer kommen in Schottland definitiv auf ihre Kosten. Zu den beliebtesten Strecken zählt der schottische Fernwanderweg West Highland Way, der bei Glasgow beginnt und nach Fort William führt. Er endet in der Nähe des Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands. Ein besonderes Highlight auf dieser Strecke ist das für seine grüne Schönheit berühmte Glen Coe Tal. Für den gesamten Weg benötigt man etwa sechs bis neun Tage.
Viele der durchschnittlich etwa 50.000 Wanderer pro Jahr gehen ihre Reise übrigens ziemlich professionell an, indem sie ihr Reisegepäck von einem Lieferservice in die vorab gebuchten Pensionen entlang der Strecke liefern lassen. So bleibt der Rücken auf der Tour frei von schwerem Gepäck. Noch entspannter lässt sich so eine Reise mit einem Mietwagen realisieren, mit dem man Wandern und Sightseeing dosiert kombinieren kann. Allerdings sind die engen, kurvenreichen Straßen und der Linksverkehr durchaus ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Charles Rennie Mackintoshs Hill House: Ein eigenwilliges Architektur-Experiment
Auf der Strecke zwischen Glasgow und besagtem Glencoe Tal befindet sich ein Geheimtipp für alle Design-und Architektur-Fans und ist in jedem Fall einen Abstecher wert: Das bei Helensburgh gelegene Hill House von Charles Rennie Mackintosh. Die Gestaltung der eigenwilligen Privatvilla besticht durch eine undefinierbare Vielfalt von Stilrichtungen wie Art Nouveau, Arts and Crafts und Elementen japanischer Architektur. Die dekorativen Muster setzen sich in speziell angefertigten Möbeln und Textilien in den Innenräumen fort. Für die Besichtigung der Innenräume, des Gartens (siehe oben!) und eine Tasse Tee im stilechten Mini-Café sollte man sich ruhig etwas Zeit nehmen.
Auch die 1269 erbaute Burg Blair Castle ist einen Besuch Wert. Sie ist in einem sehr gut sanierten Zustand und täglich für Touristen zur Besichtigung geöffnet. Auf der Burg sind bis heute auch die Atholl Highlanders stationiert, die einzige legale Privatarmee Europas, welche aber nur eine rein zeremonielle Leibgarde ist.
Fazit: Schottland, eines der lebenswertesten Länder der Welt
Ein Urlaub allein ist nicht ausreichend, um der Vielfalt Schottlands gerecht zu werden. Und wenn man das Festland in allen Himmelsrichtungen erkundet hat, inklusive der beiden Metropolen Edinburgh und Glasgow mit all ihren Highlights, bleiben zusätzlich noch die Inseln zu ergründen. Was die höflichen und freundlichen Schotten im Übrigen gar nicht mögen: Gehetztheit. Auch dies mag mit ein Grund dafür sein, dass Schottland regelmäßig als eines der lebenswertesten und glücklichsten Länder der Welt kuratiert wird. Mit Geduld, einer Extra-Tasse Tee nach feiner britischer Art und einem Stück süßen Gebäck lebt es sich eben angenehmer.

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Category: Travel
Eines vorweg: Wer nach Schottland reist, sollte Regen mögen. Und diesen leichten Hauch von Nieselregen, der meistens in der Luft liegt. Auch das Thema Mücken ist von Relevanz. Zumindest dann, wenn es einen in den Sommer-Monaten in den Nordwesten Großbritanniens zieht. Wer jedoch beim Klischee vom monotonen schönen, grünen Schottland stehen bleibt, verpasst so einiges. Die Schotten haben weit mehr zu bieten als bloß Dudelsack, Schottenrock, Seeungeheuer Nessie und den guten alten Whiskey. Das relativ dünn besiedelte Land mit seinen zahlreichen einsamen und bergigen Landschaften hält atemberaubende Überraschungen bereit, von denen nur die wenigsten wissen.
Farbenprächtige Gartenanlagen aus historischer Tradition
Trotz Atlantiknähe herrscht ein überraschend gemäßigtes Klima in Schottland. Dieses beschert vielen Teilen des Landes eine erstaunlich exotische Pflanzenwelt. Grund dafür ist der Golfstrom, der ein warmes Mikroklima entstehen lässt. Ähnlich exotisch mutet auch die Sprachvielfalt in Schottland an. So werden neben Englisch auch die westgermanische Sprache Lowland Scots und Schottisch-Gälisch gesprochen. Das Schottisch-Gälische ist im Übrigens schuld an so eigenartig klingenden Worten wie „Loch“, der Bezeichnung für Wasserflächen aller Art. Auf die trifft man auf seinen Reisen in Schottland sehr oft. Loch Ness, der zweitgrößte Sees Schottlands, dürfte jedem ein Begriff sein. Ein Besuch lohnt allerdings eher nicht.
Da die Schotten, wie übrigens auch andere Briten, ein historisch geübtes Händchen für den Gartenbau besitzen, trifft man auch in diesem Teil der Insel immer wieder auf kunstvoll gestaltete Blumen- und Parkanlagen mit teilweise geradezu kitschiger Pracht. Da diese oft als Teil von Schloss- und Burganlagen angelegt werden, lässt sich häufig kaum sagen, was mehr beeindruckt: Die vielseitige Architektur oder die grünen und farbenprächtigen Floralkompositionen.
Ob Wandern, entlang von wildromantischen Küstenwegen oder durch grün bemooste Berglandschaften. Ob Sightseeing, z. B. der zahlreichen Schlösser, Burgen und Ruinen mit ihren jeweils spannenden Geschichten. Ob Genusswandeln, mit reichhaltigem Seafood-Angebot frisch aus dem Atlantik und eigenartigen Delikatessen wie dem schottischen Nationalgericht Haggis und dem unvermeidlichen Black Pudding: Für Abwechslung ist gesorgt. Genauso, wie für atemberaubenden Aussichten in urwüchsigen Landschaften.
Glen Coe: Wandern mit Gepäck-Lieferservice im romantischsten Tal der Welt
Gerade Wanderer kommen in Schottland definitiv auf ihre Kosten. Zu den beliebtesten Strecken zählt der schottische Fernwanderweg West Highland Way, der bei Glasgow beginnt und nach Fort William führt. Er endet in der Nähe des Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands. Ein besonderes Highlight auf dieser Strecke ist das für seine grüne Schönheit berühmte Glen Coe Tal. Für den gesamten Weg benötigt man etwa sechs bis neun Tage.
Viele der durchschnittlich etwa 50.000 Wanderer pro Jahr gehen ihre Reise übrigens ziemlich professionell an, indem sie ihr Reisegepäck von einem Lieferservice in die vorab gebuchten Pensionen entlang der Strecke liefern lassen. So bleibt der Rücken auf der Tour frei von schwerem Gepäck. Noch entspannter lässt sich so eine Reise mit einem Mietwagen realisieren, mit dem man Wandern und Sightseeing dosiert kombinieren kann. Allerdings sind die engen, kurvenreichen Straßen und der Linksverkehr durchaus ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Charles Rennie Mackintoshs Hill House: Ein eigenwilliges Architektur-Experiment
Auf der Strecke zwischen Glasgow und besagtem Glencoe Tal befindet sich ein Geheimtipp für alle Design-und Architektur-Fans und ist in jedem Fall einen Abstecher wert: Das bei Helensburgh gelegene Hill House von Charles Rennie Mackintosh. Die Gestaltung der eigenwilligen Privatvilla besticht durch eine undefinierbare Vielfalt von Stilrichtungen wie Art Nouveau, Arts and Crafts und Elementen japanischer Architektur. Die dekorativen Muster setzen sich in speziell angefertigten Möbeln und Textilien in den Innenräumen fort. Für die Besichtigung der Innenräume, des Gartens (siehe oben!) und eine Tasse Tee im stilechten Mini-Café sollte man sich ruhig etwas Zeit nehmen.
Auch die 1269 erbaute Burg Blair Castle ist einen Besuch Wert. Sie ist in einem sehr gut sanierten Zustand und täglich für Touristen zur Besichtigung geöffnet. Auf der Burg sind bis heute auch die Atholl Highlanders stationiert, die einzige legale Privatarmee Europas, welche aber nur eine rein zeremonielle Leibgarde ist.
Fazit: Schottland, eines der lebenswertesten Länder der Welt
Ein Urlaub allein ist nicht ausreichend, um der Vielfalt Schottlands gerecht zu werden. Und wenn man das Festland in allen Himmelsrichtungen erkundet hat, inklusive der beiden Metropolen Edinburgh und Glasgow mit all ihren Highlights, bleiben zusätzlich noch die Inseln zu ergründen. Was die höflichen und freundlichen Schotten im Übrigen gar nicht mögen: Gehetztheit. Auch dies mag mit ein Grund dafür sein, dass Schottland regelmäßig als eines der lebenswertesten und glücklichsten Länder der Welt kuratiert wird. Mit Geduld, einer Extra-Tasse Tee nach feiner britischer Art und einem Stück süßen Gebäck lebt es sich eben angenehmer.

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By |2018-09-12T16:59:37+00:00September 18th, 2017|TRAVEL|Kommentare deaktiviert für Einmal tief durchatmen in Schottland