Wir Deutsche sind Weltmeister nicht nur im Fußball, sondern auch im Trennen unseres Hausmülls. Eigentlich ist doch alles in Ordnung möchte man meinen. Doch auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, wir haben ein Problem! Ein Problem mit Plastik im Bioabfall. Immer mehr Plastik gelangt auf unsere Äcker. Warum?

IST UNSER BIOABFALL GAR NICHT SO BIO?

Wir Deutsche sind Weltmeister nicht nur im Fußball, sondern auch im Trennen unseres Hausmülls. Eigentlich ist doch alles in Ordnung möchte man meinen. Doch auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, wir haben ein Problem! Ein Problem mit Plastik im Bioabfall. Immer mehr Plastik gelangt auf unsere Äcker. Warum?
Der Reihe nach. Wir haben alle gelernt, dass der Bioabfall in die Biotonne kommt und Plastik in die Gelbe Tonne oder Wertstofftonne. Die allermeisten von uns trennen auch. So gut es eben geht. Und leider kommt es dabei eben noch immer vor, dass wir eine Kunststofftüte aus dem Supermarkt verwenden, um den Biomüll zu sammeln, anstatt den organischen Abfall idealerweise in (Zeitungs-)Papier einzuschlagen. Diese Tüten und leider auch allerlei andere sogenannte „Fehlwürfe“ wandern dann auch in die Tonne und landen letztlich in Kompostierungs- und Biomasseanlagen. Zum Glück gibt es ja seit einigen Jahren kaum noch Kunststofftüten im Supermarkt. Aber so genannte biologisch abbaubare Tüten für den Bioabfall werden weiter verkauft. Mit dem Hinweis, das solche Tüten in der Recyclinganlage vom Bioabfall zu 100 Prozent getrennt würden. Recyclingdienstleister machen hier ganz Arbeit. Und tatsächlich können heute die Plastikbestandteile für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar vom restlichen Bioabfall getrennt werden. 100 Prozent sind jedoch nicht erreichbar. In der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaftsbranche gelten 97 bis 99 Prozent Abscheidequote als Maximum.
Nun ist jedoch eine Studie der Universität Bayreuth erschienen die uns auf ein neues, bislang unbekanntes Problem, aufmerksam machte. Wir haben heute zunehmen Mikroplastik in unserem Kompost. Demnach enthält eine Tonne Kompost aus in Privathaushalten und im Gewerbe gesammelten Bioabfällen zwischen 7.000 und 440.000 Mikropartikel. Umgerechnet auf die fünf Millionen Tonnen Kompost, die in Deutschland pro Jahr unter anderem von den 18 Anlagen unseres Partners Veolia erzeugt werden, könnten hochgerechnet mehrere Milliarden Mikroplastikpartikel auf diesen Weg in die Umwelt gelangen.
Rein rechtlich ist alles in bester Ordnung! Denn als man Gesetze verabschiedete, die regelten wie hoch der Anteil an Plastik im Kompost sein darf, dachte man (noch) nicht in Mikroplastik, also Teile von unter fünf Millimetern Größe. Was kann also getan werden? Recycling-Unternehmen wie beispielsweise Veolia betreiben hochmoderne Anlagen nach dem Stand der Technik. Dort übernehmen computergesteuerte Nahinfrarotsensoren die Aussortierung diverser Fremd- und Störstoffe. Aber bislang schafft man es noch nicht die Mikropartikel aus dem Bioabfall zu trennen. Einzige Alternative: Man müsste den Müll verbrennen. Somit würden aber auch wertvolle Stoffe wie Phosphor unwiederbringlich verloren gehen.
Deshalb: Wir brauchen eure Mithilfe! Achtet doch darauf, dass ihr in die Biotonne wirklich nur organischen Müll werft! Nutzt Papier zum Einschlagen des Abfalls oder zum Auskleiden der Biotonne. Wir sind selbst verantwortlich für das was wir ernten!

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Ist unser Bioabfall gar nicht so bio?   

Category: Innovation
Wir Deutsche sind Weltmeister nicht nur im Fußball, sondern auch im Trennen unseres Hausmülls. Eigentlich ist doch alles in Ordnung möchte man meinen. Doch auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, wir haben ein Problem! Ein Problem mit Plastik im Bioabfall. Immer mehr Plastik gelangt auf unsere Äcker. Warum?
Der Reihe nach. Wir haben alle gelernt, dass der Bioabfall in die Biotonne kommt und Plastik in die Gelbe Tonne oder Wertstofftonne. Die allermeisten von uns trennen auch. So gut es eben geht. Und leider kommt es dabei eben noch immer vor, dass wir eine Kunststofftüte aus dem Supermarkt verwenden, um den Biomüll zu sammeln, anstatt den organischen Abfall idealerweise in (Zeitungs-)Papier einzuschlagen. Diese Tüten und leider auch allerlei andere sogenannte „Fehlwürfe“ wandern dann auch in die Tonne und landen letztlich in Kompostierungs- und Biomasseanlagen. Zum Glück gibt es ja seit einigen Jahren kaum noch Kunststofftüten im Supermarkt. Aber so genannte biologisch abbaubare Tüten für den Bioabfall werden weiter verkauft. Mit dem Hinweis, das solche Tüten in der Recyclinganlage vom Bioabfall zu 100 Prozent getrennt würden. Recyclingdienstleister machen hier ganz Arbeit. Und tatsächlich können heute die Plastikbestandteile für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar vom restlichen Bioabfall getrennt werden. 100 Prozent sind jedoch nicht erreichbar. In der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaftsbranche gelten 97 bis 99 Prozent Abscheidequote als Maximum.
Nun ist jedoch eine Studie der Universität Bayreuth erschienen die uns auf ein neues, bislang unbekanntes Problem, aufmerksam machte. Wir haben heute zunehmen Mikroplastik in unserem Kompost. Demnach enthält eine Tonne Kompost aus in Privathaushalten und im Gewerbe gesammelten Bioabfällen zwischen 7.000 und 440.000 Mikropartikel. Umgerechnet auf die fünf Millionen Tonnen Kompost, die in Deutschland pro Jahr unter anderem von den 18 Anlagen unseres Partners Veolia erzeugt werden, könnten hochgerechnet mehrere Milliarden Mikroplastikpartikel auf diesen Weg in die Umwelt gelangen.
Rein rechtlich ist alles in bester Ordnung! Denn als man Gesetze verabschiedete, die regelten wie hoch der Anteil an Plastik im Kompost sein darf, dachte man (noch) nicht in Mikroplastik, also Teile von unter fünf Millimetern Größe. Was kann also getan werden? Recycling-Unternehmen wie beispielsweise Veolia betreiben hochmoderne Anlagen nach dem Stand der Technik. Dort übernehmen computergesteuerte Nahinfrarotsensoren die Aussortierung diverser Fremd- und Störstoffe. Aber bislang schafft man es noch nicht die Mikropartikel aus dem Bioabfall zu trennen. Einzige Alternative: Man müsste den Müll verbrennen. Somit würden aber auch wertvolle Stoffe wie Phosphor unwiederbringlich verloren gehen.
Deshalb: Wir brauchen eure Mithilfe! Achtet doch darauf, dass ihr in die Biotonne wirklich nur organischen Müll werft! Nutzt Papier zum Einschlagen des Abfalls oder zum Auskleiden der Biotonne. Wir sind selbst verantwortlich für das was wir ernten!

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By | 2018-05-24T16:31:10+00:00 Mai 8th, 2018|INNOVATION|Kommentare deaktiviert für Ist unser Bioabfall gar nicht so bio?