Vielen nicht unbekannt ist das Gefühl, trotz Lust auf Veränderung keine Energie zu verspüren, Dinge aktiv anzupacken und positiv zu verändern. Ein winziger Perspektivwechsel kann manchmal allerdings Wunder bewirken. Co-Founderin NENA berichtet von ihrem Erlebnis, als ein öder Fernsehabend im Hotel zu einer überraschenden Wendung führte.

JOGGEN IS NIX FÜR MICH… ODER DOCH?

Text by NENA

Joggen is nix für mich. Davon war ich viele Jahre überzeugt, bis ich eines Tages in irgendeinem Hotel im richtigen Moment den Fernseher einschaltete…

Das war zu der Zeit, als ich Fernseher in Hotelzimmern noch mit indischen Tüchern oder weißen Bettlaken verhängt und meine Verpackungskünste ausgelebt habe, à la Christo, (von dem ich bis heute ein Riesenfan bin). Es hat mir einfach gut getan, die dunklen schwarzen Kisten während meiner Aufenthalte in Hotels nicht immer im Blick zu haben.
Doch an diesem einen bestimmten Tag, als ich Zimmer Nr. 219 öffnete, meine Koffer abstellte und wie immer erst mal den Fernseher verkleiden wollte, bevor irgendwas anderes passierte, griff ich stattdessen wie ferngesteuert nach der Fernbedienung, die ja in Hotelzimmern immer an den gleichen Stellen liegen, drückte auf den roten Knopf und wählte ein bestimmtes Programm.
Und zack, auf der Bildfläche erschien ein ab 50 aufwärts, aber altersmäßig nicht wirklich einzuschätzender Mann. Der Typ sah super fit und super sympathisch aus, ein Naturbursche … An ihm war nichts zu viel und nichts zu wenig, und er schwärmte vor laufender Kamera vom Joggen, und wie man auch als überzeugter Nichtläufer ganz easy den Einstieg in diese Welt schaffen kann.
Jetzt war ich aber gespannt, ob der tatsächlich irgendwas aus dem Hut zauberte, was mich inspirieren könnte, doch noch mit Joggen anzufangen … Und dann sagte er Folgendes:

Laufe eine Woche lang täglich eine Minute um deinen Küchentisch und halte dich streng an die vorgegebene Zeit. Verausgabe dich nicht und laufe langsam!

Wie bitte? 🙂  Ich musste laut lachen… Verausgabe dich nicht?
Wie sollte das denn gehen, bei einer Minute! Und doch war ich sofort motiviert, in meinem Hotelzimmer damit zu starten, in dem ich gerade vor laufendem Fernseher stand und bekehrt wurde. Da gab es zwar keinen Küchentisch, aber einen Schrank und ein Bett. Dazwischen konnte ich ja auch hin und her laufen, ohne mich zu verausgaben … Er sagte: “Egal wie lange du läufst, ob eine Minute oder eine ganze Stunde, laufe stets so langsam, dass du dich dabei noch unterhalten kannst”. – Yeah, das klang verlockend! Er sprach weiter: “In der zweiten Woche steigerst du dich auf zwei Minuten” … Hä? 🙂 “In der Dritten auf drei, und wenn du in der vierten Woche Lust auf mehr hast, bist du drin und willst dir ein Leben ohne Laufen wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen” …
Und damit hatte er mich.

Seit dem Tag tat ich es überall. Auf Parkplätzen, in Garderoben, im Tourbus und gerne auch mal im Flugzeug auf dem Gang. Hauptsache täglich und egal wo.

Ich hielt mich strikt an meine Zeiten, was ziemlich albern klingt, da es ja um eine Minute täglich ging, und tatsächlich wollte ich schon bald mehr, bis ich mich zwei Jahre später zu einem Halbmarathon in Bochum am START wiederfand. Und in dem Moment, als ich den Startpfiff hörte, dachte ich an den netten Mann im Fernsehen, der mich dazu gebracht hatte, es doch zu tun.
Love, NENA

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JOGGEN IS NIX FÜR MICH…
ODER DOCH?

Text by Nena

Joggen is nix für mich. Davon war ich viele Jahre überzeugt,
bis ich eines Tages in irgendeinem Hotel im richtigen Moment
den Fernseher einschaltete…

Das war zu der Zeit, als ich Fernseher in Hotelzimmern noch mit indischen Tüchern oder weißen Bettlaken verhängt und meine Verpackungskünste ausgelebt habe, à la Christo, (von dem ich bis heute ein Riesenfan bin). Es hat mir einfach gut getan, die dunklen schwarzen Kisten während meiner Aufenthalte in Hotels nicht immer im Blick zu haben.
Doch an diesem einen bestimmten Tag, als ich Zimmer Nr. 219 öffnete, meine Koffer abstellte und wie immer erst mal den Fernseher verkleiden wollte, bevor irgendwas anderes passierte, griff ich stattdessen wie ferngesteuert nach der Fernbedienung, die ja in Hotelzimmern immer an den gleichen Stellen liegen, drückte auf den roten Knopf und wählte ein bestimmtes Programm.
Und zack, auf der Bildfläche erschien ein ab 50 aufwärts, aber altersmäßig nicht wirklich einzuschätzender Mann. Der Typ sah super fit und super sympathisch aus, ein Naturbursche … An ihm war nichts zu viel und nichts zu wenig, und er schwärmte vor laufender Kamera vom Joggen, und wie man auch als überzeugter Nichtläufer ganz easy den Einstieg in diese Welt schaffen kann.
Jetzt war ich aber gespannt, ob der tatsächlich irgendwas aus dem Hut zauberte, was mich inspirieren könnte, doch noch mit Joggen anzufangen … Und dann sagte er Folgendes:

Laufe eine Woche lang täglich eine Minute um deinen
Küchentisch und halte dich streng an die vorgegebene Zeit.
Verausgabe dich nicht und laufe langsam!

Wie bitte? 🙂  Ich musste laut lachen… Verausgabe dich nicht?
Wie sollte das denn gehen, bei einer Minute! Und doch war ich sofort motiviert, in meinem Hotelzimmer damit zu starten, in dem ich gerade vor laufendem Fernseher stand und bekehrt wurde. Da gab es zwar keinen Küchentisch, aber einen Schrank und ein Bett. Dazwischen konnte ich ja auch hin und her laufen, ohne mich zu verausgaben … Er sagte: “Egal wie lange du läufst, ob eine Minute oder eine ganze Stunde, laufe stets so langsam, dass du dich dabei noch unterhalten kannst”. – Yeah, das klang verlockend! Er sprach weiter: “In der zweiten Woche steigerst du dich auf zwei Minuten” … Hä? 🙂 “In der Dritten auf drei, und wenn du in der vierten Woche Lust auf mehr hast, bist du drin und willst dir ein Leben ohne Laufen wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen” …
Und damit hatte er mich.

Seit dem Tag tat ich es überall. Auf Parkplätzen,
in Garderoben, im Tourbus und gerne auch mal im
Flugzeug auf dem Gang. Hauptsache täglich und egal wo.

Ich hielt mich strikt an meine Zeiten, was ziemlich albern klingt, da es ja um eine Minute täglich ging, und tatsächlich wollte ich schon bald mehr, bis ich mich zwei Jahre später zu einem Halbmarathon in Bochum am START wiederfand. Und in dem Moment, als ich den Startpfiff hörte, dachte ich an den netten Mann im Fernsehen, der mich dazu gebracht hatte, es doch zu tun.
Love, NENA

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By | 2017-11-01T17:58:50+01:00 August 18th, 2017|Live Green|Kommentare deaktiviert für Joggen is nix für mich… oder doch?