Vor Kurzem fing eine Kollegin an, mir von ihrem Urlaub zu erzählen. Mitunter kann ja in Situationen wie dieser der Drang aufkommen, zwecks Selbstschutz instinktiv abzuschalten. Denn entweder man sehnt sich selbst schon lange nach Urlaub und möchte den Mangel an diesem im eigenen, verregneten Leben nicht unter die Nase gerieben bekommen, oder man möchte sich die Kollegin (je nach Verhältnis zueinander) schlicht und ergreifend nicht in Bademontur und durch All-inclusive-Buffet-Cocktails angeheitert am Pool vorstellen. Doch dieses Mal kam es anders und das nicht nur, weil die besagte Kollegin Kathrin Schiebler meine Chefin ist und das hier lesen wird. Denn dieses Mal ging es um das marokkanische Hotel – genauer gesagt Riad – AnaYela im Herzen der Medina Marrakeschs und seine bezaubernde Entstehungsgeschichte.

KLEINE OASE –
URLAUB AUF DEM FLIEGENDEN TEPPICH

Category: Travel     Text: Wanda von Mandelsloh
Vor Kurzem fing eine Kollegin an, mir von ihrem Urlaub zu erzählen. Mitunter kann ja in Situationen wie dieser der Drang aufkommen, zwecks Selbstschutz instinktiv abzuschalten. Denn entweder man sehnt sich selbst schon lange nach Urlaub und möchte den Mangel an diesem im eigenen, verregneten Leben nicht unter die Nase gerieben bekommen, oder man möchte sich die Kollegin (je nach Verhältnis zueinander) schlicht und ergreifend nicht in Bademontur und durch All-inclusive-Buffet-Cocktails angeheitert am Pool vorstellen. Doch dieses Mal kam es anders und das nicht nur, weil die besagte Kollegin Kathrin Schiebler meine Chefin ist und das hier lesen wird. Denn dieses Mal ging es um das marokkanische Hotel – genauer gesagt Riad – AnaYela im Herzen der Medina Marrakeschs und seine bezaubernde Entstehungsgeschichte.
Collage Anayela
Im Rausch des Riad: „riyāḍ“ ist arabisch für „Garten“ und die Bezeichnung für traditionelle marokkanische Häuser mit einem Innenhof bzw. inneren Garten. Heute sind viele dieser Hotels in Marrakesch ein Riad, weshalb der Begriff auch als Synonym hierfür genutzt wird.
KUSS AUF DEM FLIEGENDEN TEPPICH
Wo fange ich bloß mit der Wiedergabe der wunderbaren Ereignisse an, die ich durch Kathrin und anschließende neugierige Recherche angesammelt habe? Vielleicht einfach beim Anfang, also der Gründung und Vorgeschichte des AnaYelas. Ursprünglich war dieser 300-Jahre alte Kleinpalast nämlich ein Privathaus, in dem unter anderem eine junge Frau namens Yela lebte. Wie Renovierungsarbeiten 2007 enthüllten, bewohnte diese einen kleinen Raum, der danach lange Zeit hinter einer Wand versteckt blieb. In diesem Raum befand sich eine antike Schmuckkiste mit einem kleinen Stück Papier, das in alter arabischer Kalligraphie beidseitig beschrieben war. Die Handschrift gehört zu eben jener Yela, und erzählt von ihrer Liebesgeschichte zu einem jungen Mann, den sie, wie sie im Brief offenbart, schließlich heiraten würde. Ihre Liebesgeschichte begann, als er eines nachts, während sie auf einem roten Teppich auf der Dachterasse saß, zu ihr hinaufgeklettert kam. Anfänglich schüchterne Besuche wurden bald schon zu langen Nächten geteilter Liebe. Als er schließlich ihren ersten Kuss ergatterte, fühlte sie sich laut ihrer Beschreibung, als flögen sie auf dem roten Teppich über die Dächer der Medina. Die Aussage des Jungen aus der ersten Nacht, dass er den Teppich im Gegenzug zu einem Kuss zum Fliegen bringen könnte, hatte sich bewahrheitet.
Collage Anayela
WELCOME TO THE HOTEL ANAYELA
Wie nun findet sich diese märchenhafte Liebesgeschichte wieder in einem Hotel-Bericht, fragt ihr Euch? Nun ja, abgesehen von dem Namen – „Ana Yela“ bedeutet übersetzt „Ich bin Yela“ – lebt sie wortwörtlich weiter in den handgearbeiteten Mauern des Riads. Denn die Schriften Yelas wurden bei der Restaurierung sorgfältig von einem bekannten Kalligrafen an den Zimmerwänden verewigt. Und auch der rote Teppich befindet sich noch auf der Dachterrasse und lädt nicht nur die Gäste des Riads zum Schwelgen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein, sondern bietet auch inspirierende Basis für verschiedene Events zum Thema Nachhaltigkeit, die Andrea Bury – Mitgründerin des Hotels – veranstaltet, unter anderem auch im Rahmen des TEDxMarrakesh. Und wo wir schon mal bei den Gründern sind: auch deren Geschichte ist spannend. Bernd Kolb war ursprünglich erfolgreicher DAX-Manager, ist schließlich jedoch zum „weisheitsreisenden“ Visionär konvertiert. Und Andrea Bury widmet sich ebenso einem sinnvollen Leben, unter anderem mit ihrem nachhaltigen Label Abury, das Accessoires und Schuhe ganz nach marokkanischer Tradition und Ästhetik herstellt.
ES GIBT DOCH NOCH SO VIEL ZU ERZÄHLEN
Mein einziges Problem mit Kathrins Urlaubserzählungen scheint nun zu sein, dass ich noch so viel mehr zu diesem so wunderbar und authentisch klingenden Ort schreiben könnte. Zum Beispiel darüber, wie einzigartig und freundlich der Service und die Gastfreundschaft vor Ort gewesen sind, und dass das Essen natürlich frisch vom Markt kam und nur auf Nachfrage, um keine Lebensmittel zu verschwenden. Auch würde ich gerne noch detaillierter die Kunst des traditionellen marokkanischen Handwerks beschreiben, die sich an den Wänden aber auch im Interior des Riads wiederfindet, denn auch diese sprühen von Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit. Und über den Lebensweg der beiden Gründer könnte ich im Zweifel sowieso noch eine Biographie verfassen. Doch belasse ich es nun lieber hierbei und mache damit bei euch vielleicht Lust auf eine Reise zum AnaYela. Schon alleine dafür, dass man dann selbst demnächst bei den Kollegen im Büro eine perfekte Urlaubsgeschichte auspacken kann, bei der endlich mal alle so richtig gespannt zuhören werden.
Das traumhafte Riad könnt ihr direkt hier buchen: www.anayela.com

Das könnte dir auch gefallen

READ MORE →

Das könnte dir auch gefallen
READ MORE →
By |2019-06-20T11:42:05+00:00Juni 20th, 2019|All, Travel_Highlight|Kommentare deaktiviert für KLEINE OASE – URLAUB AUF DEM FLIEGENDEN TEPPICH