Was treibt mich an? Was ist meine Geschichte? In einer persönlichen Rückschau berichtet Green Window Gründer Marco Voigt über seine Kindheit in der Niederlausitz und seinen Weg, der ihn von einer KFZ Werkstatt in die Entwicklungsabteilung von Porsche führte. Und was das alles mit dem Green Lifestyle zu tun hat.

Macht mich das glücklich?

Eine sehr persönliche Geschichte über Erfolge, Misserfolge und Ausdauer.

Teil 1

Text by Marco Voigt
Eigentlich wollte ich nie im Umweltbereich landen. Ich bin auf dem Land groß geworden. Als Kind musste ich den Kuhstall ausmisten, Rüben jäten, Kartoffelkäfer einsammeln, Gras mit einer Sense mähen und beim Hausschlachten mithelfen. Meine Kindheit war nicht schlecht, ganz im Gegenteil, doch im Jugendalter wurde das Leben in der Niederlausitz, im Spreewald öde für mich. Ich interessierte mich für Popmusik, für Motorräder, Autos, Streetart, Design und Mode. Ich bin ein Kind der 80er. Schon damals wollte ich sein wie die Teenager im Wester. Die DDR, das war Bedrohung für mich. Heute bin ich trotz allem froh, die DDR kennengelernt zu haben. Berlin wurde meine Heimat. Berlin war nur einen Katzensprung entfernt vom Bauernhof meiner Eltern. Dabei war es einfacher, nach China zu reisen als nach West-Berlin. Das zog mich magisch an.
Vom Kfz-Mechaniker zum Ingenieur – zum Unternehmer
Ich wollte etwas mit Musik oder Design machen. Das sollte noch kommen. Meiner Oma aber habe ich es zu verdanken, mich vom Kfz-Mechaniker zum Ingenieur entwickeln zu dürfen. Kfz-Mechaniker, das durften in der DDR nur ganz wenige werden. Der Lehrberuf war nur einer kleinen Minderheit mit sehr guten Noten vorbehalten. Ich gehörte nicht dazu. Aber ich erklärte meinem zukünftigen Chef, dass ich seinen Laden später einmal schmeißen könnte, wenn er es mir nur zutrauen würde. Er traute es mir zu.
Dann kam die Wende, und die Wende war mein Glück. Ein Betrieb mit Gabelstaplern zog ein. Gesucht wurde Elektronik-Know-how. Das besaß ich. Ich war DJ gewesen. Und so reparierte ich die ersten batteriebetriebenen Gabelstapler. Schon war ich im Umweltsektor tätig. Ich wusste es nur nicht.
Das alles reichte nicht. Ich wollte mehr. Ich begann ein Studium zum Fahrzeugtechnik-Ingenieur. Ich schleppte mich da durch, anfangs mit wenig überzeugenden Noten. Aber Ausdauer und Beharrlichkeit halfen mir über weite Strecken. Während eines Praktikums begegnete mir Bernhard. Bernhard war ein Macher. Jemand, der nicht lange philosophierte, jemand, der tüftelte, experimentierte, ausprobierte. Jemand, der gelernt hatte, auch Ideen scheitern lassen zu können, sind sie zu langwierig oder wenig zielführend. Bis heute sind wir Freunde. Bis heute schätze ich seinen Rat sehr.
Ich sollte einen Tisch für Beifahrer entwickeln. Wir nannten ihn CarMax. Daraus entstand die PIN AG, ein Wettbewerber zur Post. Ich wurde belächelt, nicht nur einmal. Aber das gehört dazu. Heute ist die PIN AG als Postdienstleister einer der größten Arbeitgeber Berlins. Was war das eine schöne Zeit: Ich wurde Unternehmer. Mit jedem Tag lernte ich unendlich viel hinzu. Und auch wenn es nur ein Zufall war: Das Logo? War grün. Wir wollten die Logistik revolutionieren, Post mit Rollern von A nach B transportieren. Schnell und kostengünstig. Effizient. So lernte ich dieses Wort kennen. Grün war die DNA noch nicht.
Glücklich? Irgendwie. Aber noch nicht so richtig
Die Leidenschaft für schnelle Autos hielt an. Und so landete ich dann doch noch bei Porsche in Weissach. Ich entwickelte den ersten SUV mit, den Cayenne. Motorenentwicklung, ein Traum wurde wahr. Aber grün? Fehlanzeige. Was ich stattdessen mitnahm: Das Wissen, mit starkem Willen auch scheinbar Unmögliches möglich machen zu können. Mein erster Chef trieb mich an zu kämpfen für die Dinge, die mir wichtig waren. Bis heute kann ich mich der Anziehung Porsches nicht entziehen. Dennoch lernte ich, als Ingenieur nur ein kleines Rädchens eines komplexes Uhrwerk zu sein. Eine wichtige Aufgabe, und dennoch: Seit dem entfachten Unternehmerfeuer in mir reichte mir das alles nicht mehr. Aus der Niederlausitz, aus dem Spreewald nahm ich mit: Mache, was Dich glücklich macht. War ich glücklich? Irgendwie. Aber noch nicht so richtig.
ZUM 2. TEIL →

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Macht mich das glücklich?

Teil 1

Text by Marco Voigt
Eine sehr persönliche Geschichte über Erfolge, Misserfolge und Ausdauer
Eigentlich wollte ich nie im Umweltbereich landen. Ich bin auf dem Land groß geworden. Als Kind musste ich den Kuhstall ausmisten, Rüben jäten, Kartoffelkäfer einsammeln, Gras mit einer Sense mähen und beim Hausschlachten mithelfen. Meine Kindheit war nicht schlecht, ganz im Gegenteil, doch im Jugendalter wurde das Leben in der Niederlausitz, im Spreewald öde für mich. Ich interessierte mich für Popmusik, für Motorräder, Autos, Streetart, Design und Mode. Ich bin ein Kind der 80er. Schon damals wollte ich sein wie die Teenager im Westen. Die DDR, das war Bedrohung für mich. Heute bin ich trotz allem froh, die DDR kennengelernt zu haben. Berlin wurde meine Heimat. Berlin war nur einen Katzensprung entfernt vom Bauernhof meiner Eltern. Dabei war es einfacher, nach China zu reisen als nach West-Berlin. Das zog mich magisch an.
Vom Kfz-Mechaniker zum Ingenieur – zum Unternehmer
Ich wollte etwas mit Musik oder Design machen. Das sollte noch kommen. Meiner Oma aber habe ich es zu verdanken, mich vom Kfz-Mechaniker zum Ingenieur entwickeln zu dürfen. Kfz-Mechaniker, das durften in der DDR nur ganz wenige werden. Der Lehrberuf war nur einer kleinen Minderheit mit sehr guten Noten vorbehalten. Ich gehörte nicht dazu. Aber ich erklärte meinem zukünftigen Chef, dass ich seinen Laden später einmal schmeißen könnte, wenn er es mir nur zutrauen würde. Er traute es mir zu.
Dann kam die Wende, und die Wende war mein Glück. Ein Betrieb mit Gabelstaplern zog ein. Gesucht wurde Elektronik-Know-how. Das besaß ich. Ich war DJ gewesen. Und so reparierte ich die ersten batteriebetriebenen Gabelstapler. Schon war ich im Umweltsektor tätig. Ich wusste es nur nicht.
Das alles reichte nicht. Ich wollte mehr. Ich begann ein Studium zum Fahrzeugtechnik-Ingenieur. Ich schleppte mich da durch, anfangs mit wenig überzeugenden Noten. Aber Ausdauer und Beharrlichkeit halfen mir über weite Strecken. Während eines Praktikums begegnete mir Bernhard. Bernhard war ein Macher. Jemand, der nicht lange philosophierte, jemand, der tüftelte, experimentierte, ausprobierte. Jemand, der gelernt hatte, auch Ideen scheitern lassen zu können, sind sie zu langwierig oder wenig zielführend. Bis heute sind wir Freunde. Bis heute schätze ich seinen Rat sehr.
Ich sollte einen Tisch für Beifahrer entwickeln. Wir nannten ihn CarMax. Daraus entstand die PIN AG, ein Wettbewerber zur Post. Ich wurde belächelt, nicht nur einmal. Aber das gehört dazu. Heute ist die PIN AG als Postdienstleister einer der größten Arbeitgeber Berlins. Was war das eine schöne Zeit: Ich wurde Unternehmer. Mit jedem Tag lernte ich unendlich viel hinzu. Und auch wenn es nur ein Zufall war: Das Logo? War grün. Wir wollten die Logistik revolutionieren, Post mit Rollern von A nach B transportieren. Schnell und kostengünstig. Effizient. So lernte ich dieses Wort kennen. Grün war die DNA noch nicht.
Glücklich? Irgendwie. Aber noch nicht so richtig
Die Leidenschaft für schnelle Autos hielt an. Und so landete ich dann doch noch bei Porsche in Weissach. Ich entwickelte den ersten SUV mit, den Cayenne. Motorenentwicklung, ein Traum wurde wahr. Aber grün? Fehlanzeige. Was ich stattdessen mitnahm: Das Wissen, mit starkem Willen auch scheinbar Unmögliches möglich machen zu können. Mein erster Chef trieb mich an zu kämpfen für die Dinge, die mir wichtig waren. Bis heute kann ich mich der Anziehung Porsches nicht entziehen. Dennoch lernte ich, als Ingenieur nur ein kleines Rädchens eines komplexes Uhrwerk zu sein. Eine wichtige Aufgabe, und dennoch: Seit dem entfachten Unternehmerfeuer in mir reichte mir das alles nicht mehr. Aus der Niederlausitz, aus dem Spreewald nahm ich mit: Mache, was Dich glücklich macht. War ich glücklich? Irgendwie. Aber noch nicht so richtig.
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Category: People
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Vom Kfz-Mechaniker zum Ingenieur – zum Unternehmer
Ich wollte etwas mit Musik oder Design machen. Das sollte noch kommen. Meiner Oma aber habe ich es zu verdanken, mich vom Kfz-Mechaniker zum Ingenieur entwickeln zu dürfen. Kfz-Mechaniker, das durften in der DDR nur ganz wenige werden. Der Lehrberuf war nur einer kleinen Minderheit mit sehr guten Noten vorbehalten. Ich gehörte nicht dazu. Aber ich erklärte meinem zukünftigen Chef, dass ich seinen Laden später einmal schmeißen könnte, wenn er es mir nur zutrauen würde. Er traute es mir zu.
Dann kam die Wende, und die Wende war mein Glück. Ein Betrieb mit Gabelstaplern zog ein. Gesucht wurde Elektronik-Know-how. Das besaß ich. Ich war DJ gewesen. Und so reparierte ich die ersten batteriebetriebenen Gabelstapler. Schon war ich im Umweltsektor tätig. Ich wusste es nur nicht.
Das alles reichte nicht. Ich wollte mehr. Ich begann ein Studium zum Fahrzeugtechnik-Ingenieur. Ich schleppte mich da durch, anfangs mit wenig überzeugenden Noten. Aber Ausdauer und Beharrlichkeit halfen mir über weite Strecken. Während eines Praktikums begegnete mir Bernhard. Bernhard war ein Macher. Jemand, der nicht lange philosophierte, jemand, der tüftelte, experimentierte, ausprobierte. Jemand, der gelernt hatte, auch Ideen scheitern lassen zu können, sind sie zu langwierig oder wenig zielführend. Bis heute sind wir Freunde. Bis heute schätze ich seinen Rat sehr.
Ich sollte einen Tisch für Beifahrer entwickeln. Wir nannten ihn CarMax. Daraus entstand die PIN AG, ein Wettbewerber zur Post. Ich wurde belächelt, nicht nur einmal. Aber das gehört dazu. Heute ist die PIN AG als Postdienstleister einer der größten Arbeitgeber Berlins. Was war das eine schöne Zeit: Ich wurde Unternehmer. Mit jedem Tag lernte ich unendlich viel hinzu. Und auch wenn es nur ein Zufall war: Das Logo? War grün. Wir wollten die Logistik revolutionieren, Post mit Rollern von A nach B transportieren. Schnell und kostengünstig. Effizient. So lernte ich dieses Wort kennen. Grün war die DNA noch nicht.
Glücklich? Irgendwie. Aber noch nicht so richtig
Die Leidenschaft für schnelle Autos hielt an. Und so landete ich dann doch noch bei Porsche in Weissach. Ich entwickelte den ersten SUV mit, den Cayenne. Motorenentwicklung, ein Traum wurde wahr. Aber grün? Fehlanzeige. Was ich stattdessen mitnahm: Das Wissen, mit starkem Willen auch scheinbar Unmögliches möglich machen zu können. Mein erster Chef trieb mich an zu kämpfen für die Dinge, die mir wichtig waren. Bis heute kann ich mich der Anziehung Porsches nicht entziehen. Dennoch lernte ich, als Ingenieur nur ein kleines Rädchens eines komplexes Uhrwerk zu sein. Eine wichtige Aufgabe, und dennoch: Seit dem entfachten Unternehmerfeuer in mir reichte mir das alles nicht mehr. Aus der Niederlausitz, aus dem Spreewald nahm ich mit: Mache, was Dich glücklich macht. War ich glücklich? Irgendwie. Aber noch nicht so richtig.
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By |2019-02-07T15:27:23+00:00September 21st, 2017|PEOPLE|Kommentare deaktiviert für Macht mich das glücklich?