Plastikdeckel, Zwiebelnetze, Joghurtbecher – nur ein Abendessen und der Mülleimer ist schon wieder voll. Kein Wunder, dass in fast jedem Haushalt mindestens einmal die Woche eine Diskussion losbricht, wer nun den Müll rausbringt. Ähnlich erging es Edwin und Liesbeth ter Velde, die eines Abends einfach genug davon hatten, ihren Abfall genauer unter die Lupe nahmen und sich gezwungen sahen, das eigene Verhalten zu überdenken.

GALAKTISCH GUT — Nachhaltigkeit frisch aus dem Drucker

BEAM ME UP: Ein ausgefeiltes Lichtkonzept und diverse Projektionen verschaffen dem Store von Bottletop eine futuristische Atmosphäre. Es ist weltweit der erste 3D-gedruckte Store, der aus recyceltem Plastik von Robotern erstellt wurde. (Foto: Bottletop)
Wer Science-Fiction liebt, wird sich bei Bottletop sichtlich wohl fühlen. Denn nicht nur der einprägsame Name, sondern auch das originelle Gesamtkonzept überzeugen. Das britische Unternehmen führt seit 2002 ausgefallene Handtaschen und Clutches aus nachhaltig produzierten Materialien. Um diese Haltung noch besser zu demonstrieren, wurden nachhaltige Rohstoffe ebenso bei der Ladengestaltung verwendet. Für das Store-Konzept hat sich Bottletop daher etwas ganz Spezielles einfallen lassen: die Innengestaltung stammt vollständig aus dem 3D-Drucker. Klingt erstmal verrückt, sieht aber verdammt spacig aus. Der 3D-Druck wurde von einem industriellen Druckroboter des Herstellers Kuka erstellt und ist weltweit der erste Shop seiner Art. Als Rohstoff dienten Filamente aus Recycling-Kunststoff. So überrascht der erste permanente Laden in London mit einem futuristischen Look, extravagantem Lichtkonzept und zahlreichen Projektionen an den Wänden. Weiteres Highlight: Die Decke wurde aus den oberen Teilen von Mineralwasserflaschen aus Kunststoff zusammengesetzt, der Boden besteht aus dem Material alter Autoreifen.

AUS ALT WIRD NEU: Zur Herstellung einiger Handtaschen wurden entsprechend umgearbeitete Verschlüsse von Plastikflaschen genutzt. (Foto: Bottletop)
Um das sensorische Erlebnis für die Kunden abzurunden, besitzt der Laden sogar einen eigenen Duft – kreiert von Parfum-Designer Timothy Han. Damit atmen die Kunden regelrecht die Werte ein, für die Bottletop steht: soziales Engagement wie die Unterstützung von Handwerkern, die Schaffung von Arbeitsplätzen in Entwicklungsländern und Nachhaltigkeit auf allen Ebenen.
Mehr zu Bottletop und der Entstehung des Shops:

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Sonnenanbeter –
Ein Recycling-
Mobil rollt
zum Südpol

Plastikdeckel, Zwiebelnetze, Joghurtbecher – nur ein Abendessen und der Mülleimer ist schon wieder voll. Kein Wunder, dass in fast jedem Haushalt mindestens einmal die Woche eine Diskussion losbricht, wer nun den Müll rausbringt. Ähnlich erging es Edwin und Liesbeth ter Velde, die eines Abends einfach genug davon hatten, ihren Abfall genauer unter die Lupe nahmen und sich gezwungen sahen, das eigene Verhalten zu überdenken.
Zunächst recycelte das Ehepaar bei sich zu Hause Flaschen und Verpackungen zu dünnen Fäden, mit denen 3D-Drucker gefüttert werden. Doch was in der eigenen Stube begann, entwickelte sich bald zu einem spektakulären Projekt. Die Eltern von drei Kindern stellten nicht nur den Mülleimer, sondern auch ihr Leben auf den Kopf. Mit Plastik-Pallets von großen Abfallanlagen, entwickelten sie mit Hilfe von 3D-Druckern die HexCores. Diese wabenförmigen Blöcke lassen sich in Lego-Baukasten-Manier zu beliebigen Formen verknüpfen. Auf diese Weise entstand der Solar Voyager. Ein Gefährt, das allein durch die Kraft der Sonne, den trockensten, kältesten und höchsten Kontinent dieser Erde durchqueren wird: die Antarktis.
  • Der Solar Voyager: Ein Gefährt, das allein durch die Kraft der Sonne, den trockensten, kältesten und höchsten Kontinent dieser Erde durchqueren wird: die Antarktis.
MIT 2000 KILO PLASTIK ZUM SÜDPOL
Um die 4000 Bauteile für den Solar Voyager zu produzieren, waren vierzig 3D-Drucker wochenlang im Einsatz und recycelten dabei 2000 Kilogramm Plastik. Die zusammengeschmolzenen, hexagonalen Platten formen nun ein sechzehn Meter langes Gespann aus Fahrzeug und zwei Anhängern. Zehn Solarkollektoren tanken genug Sonnenenergie für das klobige Antarktis-Mobil und versorgen das kleine Führerhäuschen mit Wärme und Strom. Dazu kommt eine ganze Palette modernster Technologie. Am 28. November brechen die beiden Niederländer mit der acht Stundenkilometer schnellen Eiskutsche zum Südpol auf und werden auf der Reise an drei Forschungsprojekten arbeiten. Dank der Polartage scheint die Sonne zu dieser Zeit rund um die Uhr und sorgt für ausreichend Energie. Der sorgfältig rationierte Proviant wird in den beiden Anhängern transportiert, während das Ehepaar die kleine Kabine im vorderen Teil des Gefährts bewohnt. Frisches Trinkwasser ist nicht an Bord, sondern wird mittels solarbetriebener Vakuumröhren aus dem Antarktis-Eis geschmolzen. Abfallfrei und energieautark planen die Abenteurer die 2400 Kilometer lange Strecke vom Union Glacier zum Südpol und zurück in rund 30 Tagen. Der Name der Mission: Clean2Antarctica.
  • Um die 4000 Bauteile für den Solar Voyager zu produzieren, waren vierzig 3D-Drucker wochenlang im Einsatz und recycelten dabei 2000 Kilogramm Plastik.
  • Schon in der Startphase sammelten und sortierten sie Plastik mit Grundschulklassen in den Niederlanden und recycelten die Abfälle zu HexCores. Die kleinen Bausteine sind mit den Gedanken und Botschaften der Kinder verziert und werden die Expedition bis zum Südpol begleiten.
  • Schon in der Startphase sammelten und sortierten sie Plastik mit Grundschulklassen in den Niederlanden und recycelten die Abfälle zu HexCores. Die kleinen Bausteine sind mit den Gedanken und Botschaften der Kinder verziert und werden die Expedition bis zum Südpol begleiten.

Ice Ice Baby: Am 28. November brechen die beiden Niederländer mit der acht Stundenkilometer schnellen, 16 Meter langen und nur 1,485 Kilogramm leichten Eiskutsche zum Südpol auf. (Fotos: clean2antarctica)
NICHTS FÜR WARMDUSCHER
Für die Fahrt durch das ewige Eis haben sich Edwin und Liesbeth gemeinsam mit ihrem Team gut vorbereitet. Auch physisch. Dazu gehörte unter anderem täglich eine eiskalte Dusche, um sich an die frostigen Temperaturen in der Antarktis zu gewöhnen. Von der ersten Idee über umfangreiche Testfahrten auf Island bis zum einsatzfähigen Solar Voyager, war es aber ein langer Weg. Mit Rückschlägen und Hindernissen, die das Expeditionsteam zum wiederholten Umdenken zwangen. Die nervenaufreibende Expedition durch Schnee und Eis wird von einem dreiköpfigen Filmteam dokumentarisch festgehalten. Neben den spannenden Aufnahmen, sorgt die Support Crew für ein Mehr an Sicherheit, denn die tückischen Wetterbedingungen der Eiswüste lassen sich nur schwer voraussehen.
Den Gefahren einer Antarktis Durchquerung mit einem 3D-gedruckten Plastik-Mobil zu trotzen, scheint eine wahnwitzige Idee zu sein. Doch das Paar hat den weißen Kontinent ganz bewusst gewählt: „If you make it in Antarctica you can make it anywhere“ lautet ihr Leitmotiv. Wenn sich der Solar Voyager demnach in solch rauen Bedingungen behauptet, ist er auch in jeder anderen Region einsetzbar. Schon jetzt wird darüber spekuliert, ob das Recycling-Fahrzeug für zukünftige Polarexpeditionen eingesetzt wird. Neben der innovativen
Technologie ist das Projekt Clean2Antarctica mit symbolischem Inhalt geladen. Denn die Antarktis ist per Gesetz bis 2048 der letzte abfallfreie Kontinent dieser Erde. Dann werden Menschen, die heute noch Kinder sind, über das weitere Schicksal der eisigen Region entscheiden. Ein Grund mehr, weshalb den Initiatoren die nachfolgende Generation besonders am Herzen liegt.
Schon in der Startphase sammelten und sortierten sie Plastik mit Grundschulklassen in den Niederlanden und recycelten die Abfälle zu HexCores. Die kleinen Bausteine sind mit den Gedanken und Botschaften der Kinder verziert und werden die Expedition bis zum Südpol begleiten. Von dort werden die Nachrichten veröffentlicht – als Weckruf an die Welt für einen bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Mit ihrer Antarktis-Mission schulen Edwin und Liesbeth ter Velde den Blick über die heimische Mülltonne hinaus und zeigen, dass aus einer kleinen Idee etwas Großes wachsen kann. In knapp fünf Wochen starten die kreativen Kämpfer ihre Reise durch die Antarktis und man darf gespannt sein, von welchen Erfahrungen sie berichten werden.
Mehr Infos unter: https://www.clean2antarctica.nl/en

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Sonnenanbeter –
Ein Recycling-Mobil
rollt zum Südpol

Category: Move
Plastikdeckel, Zwiebelnetze, Joghurtbecher – nur ein Abendessen und der Mülleimer ist schon wieder voll. Kein Wunder, dass in fast jedem Haushalt mindestens einmal die Woche eine Diskussion losbricht, wer nun den Müll rausbringt. Ähnlich erging es Edwin und Liesbeth ter Velde, die eines Abends einfach genug davon hatten, ihren Abfall genauer unter die Lupe nahmen und sich gezwungen sahen, das eigene Verhalten zu überdenken.
Zunächst recycelte das Ehepaar bei sich zu Hause Flaschen und Verpackungen zu dünnen Fäden, mit denen 3D-Drucker gefüttert werden. Doch was in der eigenen Stube begann, entwickelte sich bald zu einem spektakulären Projekt. Die Eltern von drei Kindern stellten nicht nur den Mülleimer, sondern auch ihr Leben auf den Kopf. Mit Plastik-Pallets von großen Abfallanlagen, entwickelten sie mit Hilfe von 3D-Druckern die HexCores. Diese wabenförmigen Blöcke lassen sich in Lego-Baukasten-Manier zu beliebigen Formen verknüpfen. Auf diese Weise entstand der Solar Voyager. Ein Gefährt, das allein durch die Kraft der Sonne, den trockensten, kältesten und höchsten Kontinent dieser Erde durchqueren wird: die Antarktis.
  • Der Solar Voyager: Ein Gefährt, das allein durch die Kraft der Sonne, den trockensten, kältesten und höchsten Kontinent dieser Erde durchqueren wird: die Antarktis.
MIT 2000 KILO PLASTIK ZUM SÜDPOL
Um die 4000 Bauteile für den Solar Voyager zu produzieren, waren vierzig 3D-Drucker wochenlang im Einsatz und recycelten dabei 2000 Kilogramm Plastik. Die zusammengeschmolzenen, hexagonalen Platten formen nun ein sechzehn Meter langes Gespann aus Fahrzeug und zwei Anhängern. Zehn Solarkollektoren tanken genug Sonnenenergie für das klobige Antarktis-Mobil und versorgen das kleine Führerhäuschen mit Wärme und Strom. Dazu kommt eine ganze Palette modernster Technologie. Am 28. November brechen die beiden Niederländer mit der acht Stundenkilometer schnellen Eiskutsche zum Südpol auf und werden auf der Reise an drei Forschungsprojekten arbeiten. Dank der Polartage scheint die Sonne zu dieser Zeit rund um die Uhr und sorgt für ausreichend Energie. Der sorgfältig rationierte Proviant wird in den beiden Anhängern transportiert, während das Ehepaar die kleine Kabine im vorderen Teil des Gefährts bewohnt. Frisches Trinkwasser ist nicht an Bord, sondern wird mittels solarbetriebener Vakuumröhren aus dem Antarktis-Eis geschmolzen. Abfallfrei und energieautark planen die Abenteurer die 2400 Kilometer lange Strecke vom Union Glacier zum Südpol und zurück in rund 30 Tagen. Der Name der Mission: Clean2Antarctica.
  • Um die 4000 Bauteile für den Solar Voyager zu produzieren, waren vierzig 3D-Drucker wochenlang im Einsatz und recycelten dabei 2000 Kilogramm Plastik.
  • Schon in der Startphase sammelten und sortierten sie Plastik mit Grundschulklassen in den Niederlanden und recycelten die Abfälle zu HexCores. Die kleinen Bausteine sind mit den Gedanken und Botschaften der Kinder verziert und werden die Expedition bis zum Südpol begleiten.
  • Schon in der Startphase sammelten und sortierten sie Plastik mit Grundschulklassen in den Niederlanden und recycelten die Abfälle zu HexCores. Die kleinen Bausteine sind mit den Gedanken und Botschaften der Kinder verziert und werden die Expedition bis zum Südpol begleiten.

Ice Ice Baby: Am 28. November brechen die beiden Niederländer mit der acht Stundenkilometer schnellen, 16 Meter langen und nur 1,485 Kilogramm leichten Eiskutsche zum Südpol auf. (Fotos: clean2antarctica)
NICHTS FÜR WARMDUSCHER
Für die Fahrt durch das ewige Eis haben sich Edwin und Liesbeth gemeinsam mit ihrem Team gut vorbereitet. Auch physisch. Dazu gehörte unter anderem täglich eine eiskalte Dusche, um sich an die frostigen Temperaturen in der Antarktis zu gewöhnen. Von der ersten Idee über umfangreiche Testfahrten auf Island bis zum einsatzfähigen Solar Voyager, war es aber ein langer Weg. Mit Rückschlägen und Hindernissen, die das Expeditionsteam zum wiederholten Umdenken zwangen. Die nervenaufreibende Expedition durch Schnee und Eis wird von einem dreiköpfigen Filmteam dokumentarisch festgehalten. Neben den spannenden Aufnahmen, sorgt die Support Crew für ein Mehr an Sicherheit, denn die tückischen Wetterbedingungen der Eiswüste lassen sich nur schwer voraussehen.
Den Gefahren einer Antarktis Durchquerung mit einem 3D-gedruckten Plastik-Mobil zu trotzen, scheint eine wahnwitzige Idee zu sein. Doch das Paar hat den weißen Kontinent ganz bewusst gewählt: „If you make it in Antarctica you can make it anywhere“ lautet ihr Leitmotiv. Wenn sich der Solar Voyager demnach in solch rauen Bedingungen behauptet, ist er auch in jeder anderen Region einsetzbar. Schon jetzt wird darüber spekuliert, ob das Recycling-Fahrzeug für zukünftige Polarexpeditionen eingesetzt wird. Neben der innovativen
Technologie ist das Projekt Clean2Antarctica mit symbolischem Inhalt geladen. Denn die Antarktis ist per Gesetz bis 2048 der letzte abfallfreie Kontinent dieser Erde. Dann werden Menschen, die heute noch Kinder sind, über das weitere Schicksal der eisigen Region entscheiden. Ein Grund mehr, weshalb den Initiatoren die nachfolgende Generation besonders am Herzen liegt.
Schon in der Startphase sammelten und sortierten sie Plastik mit Grundschulklassen in den Niederlanden und recycelten die Abfälle zu HexCores. Die kleinen Bausteine sind mit den Gedanken und Botschaften der Kinder verziert und werden die Expedition bis zum Südpol begleiten. Von dort werden die Nachrichten veröffentlicht – als Weckruf an die Welt für einen bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Mit ihrer Antarktis-Mission schulen Edwin und Liesbeth ter Velde den Blick über die heimische Mülltonne hinaus und zeigen, dass aus einer kleinen Idee etwas Großes wachsen kann. In knapp fünf Wochen starten die kreativen Kämpfer ihre Reise durch die Antarktis und man darf gespannt sein, von welchen Erfahrungen sie berichten werden.
Mehr Infos unter: https://www.clean2antarctica.nl/en

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By |2018-10-31T11:13:41+00:00Oktober 30th, 2018|MOVE|Kommentare deaktiviert für Sonnenanbeter – Ein Recycling-Mobil rollt zum Südpol