Ist das schön hier! Ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Die Ruhe, die Natur, die liebevolle und familiäre Atmosphäre im Hotel – einfach nur schön. Ich bin so richtig angekommen. Wie viel ich hier schon erleben und entdecken durfte. Meine Auszeit im Leitlhof ist perfekt. In den ersten Tagen habe ich nun so viel Energie sammeln können, dass mich die Abenteuerlust gepackt hat. Auf eigene Faust mache ich mich also auf in die unglaublich schöne Natur. Zuerst zu Fuß auf geheimnisvollen Wanderpfaden und dann mit dem E-Bike auf befestigten Straßen. Mein treuer Begleiter Pucki natürlich stets an meiner Seite.

GALAKTISCH GUT — Nachhaltigkeit frisch aus dem Drucker

BEAM ME UP: Ein ausgefeiltes Lichtkonzept und diverse Projektionen verschaffen dem Store von Bottletop eine futuristische Atmosphäre. Es ist weltweit der erste 3D-gedruckte Store, der aus recyceltem Plastik von Robotern erstellt wurde. (Foto: Bottletop)
Wer Science-Fiction liebt, wird sich bei Bottletop sichtlich wohl fühlen. Denn nicht nur der einprägsame Name, sondern auch das originelle Gesamtkonzept überzeugen. Das britische Unternehmen führt seit 2002 ausgefallene Handtaschen und Clutches aus nachhaltig produzierten Materialien. Um diese Haltung noch besser zu demonstrieren, wurden nachhaltige Rohstoffe ebenso bei der Ladengestaltung verwendet. Für das Store-Konzept hat sich Bottletop daher etwas ganz Spezielles einfallen lassen: die Innengestaltung stammt vollständig aus dem 3D-Drucker. Klingt erstmal verrückt, sieht aber verdammt spacig aus. Der 3D-Druck wurde von einem industriellen Druckroboter des Herstellers Kuka erstellt und ist weltweit der erste Shop seiner Art. Als Rohstoff dienten Filamente aus Recycling-Kunststoff. So überrascht der erste permanente Laden in London mit einem futuristischen Look, extravagantem Lichtkonzept und zahlreichen Projektionen an den Wänden. Weiteres Highlight: Die Decke wurde aus den oberen Teilen von Mineralwasserflaschen aus Kunststoff zusammengesetzt, der Boden besteht aus dem Material alter Autoreifen.

AUS ALT WIRD NEU: Zur Herstellung einiger Handtaschen wurden entsprechend umgearbeitete Verschlüsse von Plastikflaschen genutzt. (Foto: Bottletop)
Um das sensorische Erlebnis für die Kunden abzurunden, besitzt der Laden sogar einen eigenen Duft – kreiert von Parfum-Designer Timothy Han. Damit atmen die Kunden regelrecht die Werte ein, für die Bottletop steht: soziales Engagement wie die Unterstützung von Handwerkern, die Schaffung von Arbeitsplätzen in Entwicklungsländern und Nachhaltigkeit auf allen Ebenen.
Mehr zu Bottletop und der Entstehung des Shops:

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Stadt, Land, Berg –
Meine perfekte
Auszeit in Südtirol
(Teil 2)

Ist das schön hier! Ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Die Ruhe, die Natur, die liebevolle und familiäre Atmosphäre im Hotel – einfach nur schön. Ich bin so richtig angekommen. Wie viel ich hier schon erleben und entdecken durfte. Meine Auszeit im Leitlhof ist perfekt.
In den ersten Tagen habe ich nun so viel Energie sammeln können, dass mich die Abenteuerlust gepackt hat. Auf eigene Faust mache ich mich also auf in die unglaublich schöne Natur. Zuerst zu Fuß auf geheimnisvollen Wanderpfaden und dann mit dem E-Bike auf befestigten Straßen. Mein treuer Begleiter Pucki natürlich stets an meiner Seite. Und während sich meine verkaterten Muskeln von der kleinen aber doch ganz schön anstrengenden Wanderung erholen, schaue ich mir mal das Herzstück des Hotels, das energiespendende Kraftwerk genauer an.
DAS KRAFTWERK
Ich gebe es zu, mein technisches Verständnis ist auf dem Stand einer Zehnjährigen. Bei der Führung durch das Kraftwerk, versuche ich vergebens mein altes Schulwissen zu reaktivieren – keine Chance. Dietmar, das Allroundtalent und meine Anlaufstelle für alle Fragen und Wünsche, zeigt uns die Einzelheiten der Maschinerie und muss dafür ganz einfach Einsteigen. Vorwissen ist nicht vorhanden.
Wenn ich wiederholen müsste, was ich alles in den eineinhalb Stunden seines Vortrages erfahren habe, könnte ich wahrscheinlich nur zusammenfassend sagen: Es handelt sich um ein so ausgeklügeltes System, ausgefeilt und angepasst bis ins letzte Detail, dass seine Funktionen nicht selbstverständlich sind und das Hotel in einem ganz anderen Licht erstrahlen lässt. Im Grunde sind es drei Technologien die zusammengeführt werden: Solarenergie in Kombination mit dem Holzvergaserkraftwerk und einer Hackschnitzelverbrennung. Wer mehr technische Informationen haben möchte, sollte einfach mal selbst hinfahren, das ist eh die beste Variante. Side Fact: Um das Kraftwerk auf diesen Stand zu bringen, hat Stefan sehr viel Lebenszeit und Geduld investiert. Monatelang hat er auf einer Matratze im Maschinenraum genächtigt, um jederzeit Fehler beheben zu können und sich ganz in die Materie einzuarbeiten. Das nenne ich Einsatz!
Entscheidend ist, dass mehr Energie produziert als verbraucht wird. Das macht das Hotel energiepositiv. Und so kann ich ganz bedenkenlos im beheizten Außenpool bei niedrigen Temperaturen plantschen. Oder mein Elektroauto laden. Oder was man sonst noch so mit Energie machen kann.
DAS WANDERN
„Wandern ist eine Tätigkeit der Beine – und ein Zustand der Seele.“ Das habe ich mal von Josef Hofmiller gelesen. Seele ist ein gutes Stichwort. Nach aufregenden und herausfordernden Monaten, höre ich eine kleine Stimme in mir, die nach Pause verlangt. Also suche ich mir einige Wander-App-Routen aus. Ein kleiner Einstieg mit 15 Kilometer pro Stunde und 800 Meter Höhenunterschied sollten für den untrainierten Einsteiger kein Problem sein. Schnell merke ich, dass ich die Erwartungen an mich überdenken sollte.

Und los geht‘s: Bei schönstem Herbstwetter und voller Motivation nehme ich meine erste kleine Bergtour in Angriff.
Viele kluge Menschen haben sich über das Wandern und seine Symbolik Gedanken gemacht. Descartes, Schopenhauer und Goethe bilden nur die Sperrspitze dieser Überlegungen. Aber ich möchte mich nicht erst einarbeiten, ich will loslegen. Sofort. Geduld ist nicht meine Stärke. Dietmar erklärt mir nur schnell die wichtigsten Regeln: sich immer auf alles vorbereiten, nie zu stolz zum Umkehren sein, immer auf den Wegen bleiben, was man auf den Berg mit hinauf nimmt, muss auch wieder mit hinunter genommen werden. Ehrensache. Leider stelle ich unterwegs fest, dass einigen Menschen die Sensibilität für ihre Umgebung fehlt. Aber sind wir ehrlich, auch das ist keine Neuigkeit.
Im Alltag habe ich einen recht flotten Gang drauf. Mit dem gleichen Stechschritt stapfe ich nun den Berg hinauf. Dass ich das nicht lange durchhalte, hätte ich mir eigentlich denken können. Automatisch verlangsamt sich mein Tempo. Und gleichzeitig werden die kreisenden Gedanken ruhiger, der Atem wird regelmäßiger und anstatt meine mitgebrachten Sorgen zu wälzen, nehme ich plötzlich die Umgebung wahr. Das innere Tempo passt sich dem Äußeren an. Ist Wandern doch mehr als nur ein Outdoor Sport? So sieht es aus, ihr Kritiker da draußen: es handelt sich tatsächlich um Sport. Meine Muskeln und ihr Kater sind Zeugen.

Verschnaufpause: Pucki und ich genießen diese unglaublich schöne Aussicht und gönnen unseren müden Beinen eine kurze Pause.
Sämtliche Verantwortung habe ich abgegeben und statt Schilder und Karten zu lesen, habe ich mich durch meine App leiten lassen. Das war eine gute Entscheidung, denn ich stehe mitten im Unterholz und sehe den Weg vor lauter Bäumen nicht. Die kleine Markierung auf dem Stein am Boden, hätte ich mit Sicherheit nicht bemerkt. Und während ich weiter über die Metaphorik des Wanderns nachdenke, bin ich froh in einem Zeitalter zu leben, in dem Technik und Natur vereinbar sind, damit sich mein innerer Kompass in Ruhe neu justieren kann.
DAS E-BIKEN
Als Flachländerin habe ich seit jeher das Radfahren mit Steigung abgelehnt. Viel zu anstrengend. Aber jetzt stehen hier schon mal E- Bikes und (fast) alles muss mindestens einmal ausprobiert werden, das ist mein Credo. Der mit dem hauseigenen Strom geladene Batterie-Betrieb gibt mir die Sicherheit, auch wieder gut anzukommen. Aber eins ist klar: der Hund schafft die anberaumten 30 Kilometer pro Stunde nicht galoppierend neben mir. Zum Glück ist er klein und faul genug und begibt sich freiwillig in meinen Wanderrucksack. Von dort schaut er mir die meiste Fahrt wie Fuchur über die Schulter.
Es geht gleich bergauf. Das Rad hat eine Gangschaltung und vier Stufen der elektrischen Unterstützung, von Eco bis Turbo. Der sportliche Ehrgeiz hat mich gepackt. Ich versuche die ersten Meter aus eigener Muskelkraft zu meistern. Aber halt. Was habe ich in diesem Urlaub gelernt? Kräfte wollen dosiert werden. Eco bleibt deshalb meine Grundeinstellung für den Rest des Weges und je nach Bedarf kann aufgestockt werden. Niemals hätte ich gedacht, dass mir bergauf fahren Spaß machen könnte. Es ist anstrengend, aber nicht zu sehr, so dass ich die Landschaft noch bewundern kann. Und sie ist wieder mal unbeschreiblich schön. Flora und Fauna präsentieren sich in all ihrem Facettenreichtum. Mein Wortschatz hat sich wieder drastisch reduziert auf den einen Satz: „Es ist so wunderschön!“.
Sportlich mit dem E-Bike: Ich bin begeistert, wie viel Spaß eine Tour mit dem E-Bike machen kann. Nach oben ein wenig treten und nach unten geht es dann fast wie von allein.
Plötzlich kommt uns aus dem tiefen Dickicht ein Bike entgegen geschossen. Haarscharf und mit ziemlichem Speed prescht der Fahrer an uns vorbei. Jetzt verstehe ich die Kritik an den neuen Bikes. Nicht die Technik ist das Problem, sondern die Menschen, die rücksichtslos damit umgehen und durch neue Möglichkeiten Orte erreichen, die ihnen vorher verwehrt geblieben wären. Fluch und Segen in einem, wie so oft.
Trotzdem bleibt die Fahrt ein imposantes Ereignis. Erst sind wir berauscht von der Natur und später von der Geschwindigkeit. Die Abfahrt geht wesentlich schneller. Nach einer kurzen Stärkung geht es bergab, mit 50 Kilometer pro Stunde auf unseren Zweirädern und befestigten Straßen, das versteht sich von selbst. Pucki´s Ohren flattern im Wind, während er die Aussicht aus meinem Rucksack genießt. Im Hotel angekommen sind wir ganz schön erschlagen. E-Bikes sind definitiv eine Bereicherung, nicht nur für Senioren.
Natur pur: Ein Ort zum Wohlfühlen und Entspannen. Dieser herrliche Ausblick lässt mich zur Ruhe kommen, lässt meinen Gedanken ihren freien Lauf und lässt die Großstadt Berlin ganz klein und weit weg erscheinen.
DAS AHA-ERLEBNIS
Zwei Wochen habe ich an diesem verzauberten Ort verbracht. Die Zeit ist gerannt und doch immer wieder stehen geblieben, der Takt hat seinen Rhythmus gefunden. Erholung und Erlebnis waren plötzlich keine Widersprüche mehr und während ich alle Gedanken zur Ruhe kommen lassen konnte, habe ich etwas Wichtiges verstanden. „Und die Menschen gehen und bewundern die Höhen der Gebirge, die gewaltigen Wogen des Meeres, den breiten Fluss der Ströme, den Umfang des Ozeans und den Umlauf der Gestirne, auf sich selbst aber achten sie nicht.“ (Aurelius Augustinus)
Auftakt verpasst? Hier geht es zu Teil 1 des Artikels.

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In den ersten Tagen habe ich nun so viel Energie sammeln können, dass mich die Abenteuerlust gepackt hat. Auf eigene Faust mache ich mich also auf in die unglaublich schöne Natur. Zuerst zu Fuß auf geheimnisvollen Wanderpfaden und dann mit dem E-Bike auf befestigten Straßen. Mein treuer Begleiter Pucki natürlich stets an meiner Seite. Und während sich meine verkaterten Muskeln von der kleinen aber doch ganz schön anstrengenden Wanderung erholen, schaue ich mir mal das Herzstück des Hotels, das energiespendende Kraftwerk genauer an.
DAS KRAFTWERK
Ich gebe es zu, mein technisches Verständnis ist auf dem Stand einer Zehnjährigen. Bei der Führung durch das Kraftwerk, versuche ich vergebens mein altes Schulwissen zu reaktivieren – keine Chance. Dietmar, das Allroundtalent und meine Anlaufstelle für alle Fragen und Wünsche, zeigt uns die Einzelheiten der Maschinerie und muss dafür ganz einfach Einsteigen. Vorwissen ist nicht vorhanden.
Wenn ich wiederholen müsste, was ich alles in den eineinhalb Stunden seines Vortrages erfahren habe, könnte ich wahrscheinlich nur zusammenfassend sagen: Es handelt sich um ein so ausgeklügeltes System, ausgefeilt und angepasst bis ins letzte Detail, dass seine Funktionen nicht selbstverständlich sind und das Hotel in einem ganz anderen Licht erstrahlen lässt. Im Grunde sind es drei Technologien die zusammengeführt werden: Solarenergie in Kombination mit dem Holzvergaserkraftwerk und einer Hackschnitzelverbrennung. Wer mehr technische Informationen haben möchte, sollte einfach mal selbst hinfahren, das ist eh die beste Variante. Side Fact: Um das Kraftwerk auf diesen Stand zu bringen, hat Stefan sehr viel Lebenszeit und Geduld investiert. Monatelang hat er auf einer Matratze im Maschinenraum genächtigt, um jederzeit Fehler beheben zu können und sich ganz in die Materie einzuarbeiten. Das nenne ich Einsatz!
Entscheidend ist, dass mehr Energie produziert als verbraucht wird. Das macht das Hotel energiepositiv. Und so kann ich ganz bedenkenlos im beheizten Außenpool bei niedrigen Temperaturen plantschen. Oder mein Elektroauto laden. Oder was man sonst noch so mit Energie machen kann.
DAS WANDERN
„Wandern ist eine Tätigkeit der Beine – und ein Zustand der Seele.“ Das habe ich mal von Josef Hofmiller gelesen. Seele ist ein gutes Stichwort. Nach aufregenden und herausfordernden Monaten, höre ich eine kleine Stimme in mir, die nach Pause verlangt. Also suche ich mir einige Wander-App-Routen aus. Ein kleiner Einstieg mit 15 Kilometer pro Stunde und 800 Meter Höhenunterschied sollten für den untrainierten Einsteiger kein Problem sein. Schnell merke ich, dass ich die Erwartungen an mich überdenken sollte.

Und los geht‘s: Bei schönstem Herbstwetter und voller Motivation nehme ich meine erste kleine Bergtour in Angriff.
Viele kluge Menschen haben sich über das Wandern und seine Symbolik Gedanken gemacht. Descartes, Schopenhauer und Goethe bilden nur die Sperrspitze dieser Überlegungen. Aber ich möchte mich nicht erst einarbeiten, ich will loslegen. Sofort. Geduld ist nicht meine Stärke. Dietmar erklärt mir nur schnell die wichtigsten Regeln: sich immer auf alles vorbereiten, nie zu stolz zum Umkehren sein, immer auf den Wegen bleiben, was man auf den Berg mit hinauf nimmt, muss auch wieder mit hinunter genommen werden. Ehrensache. Leider stelle ich unterwegs fest, dass einigen Menschen die Sensibilität für ihre Umgebung fehlt. Aber sind wir ehrlich, auch das ist keine Neuigkeit.
Im Alltag habe ich einen recht flotten Gang drauf. Mit dem gleichen Stechschritt stapfe ich nun den Berg hinauf. Dass ich das nicht lange durchhalte, hätte ich mir eigentlich denken können. Automatisch verlangsamt sich mein Tempo. Und gleichzeitig werden die kreisenden Gedanken ruhiger, der Atem wird regelmäßiger und anstatt meine mitgebrachten Sorgen zu wälzen, nehme ich plötzlich die Umgebung wahr. Das innere Tempo passt sich dem Äußeren an. Ist Wandern doch mehr als nur ein Outdoor Sport? So sieht es aus, ihr Kritiker da draußen: es handelt sich tatsächlich um Sport. Meine Muskeln und ihr Kater sind Zeugen.

Verschnaufpause: Pucki und ich genießen diese unglaublich schöne Aussicht und gönnen unseren müden Beinen eine kurze Pause.
Sämtliche Verantwortung habe ich abgegeben und statt Schilder und Karten zu lesen, habe ich mich durch meine App leiten lassen. Das war eine gute Entscheidung, denn ich stehe mitten im Unterholz und sehe den Weg vor lauter Bäumen nicht. Die kleine Markierung auf dem Stein am Boden, hätte ich mit Sicherheit nicht bemerkt. Und während ich weiter über die Metaphorik des Wanderns nachdenke, bin ich froh in einem Zeitalter zu leben, in dem Technik und Natur vereinbar sind, damit sich mein innerer Kompass in Ruhe neu justieren kann.
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Als Flachländerin habe ich seit jeher das Radfahren mit Steigung abgelehnt. Viel zu anstrengend. Aber jetzt stehen hier schon mal E- Bikes und (fast) alles muss mindestens einmal ausprobiert werden, das ist mein Credo. Der mit dem hauseigenen Strom geladene Batterie-Betrieb gibt mir die Sicherheit, auch wieder gut anzukommen. Aber eins ist klar: der Hund schafft die anberaumten 30 Kilometer pro Stunde nicht galoppierend neben mir. Zum Glück ist er klein und faul genug und begibt sich freiwillig in meinen Wanderrucksack. Von dort schaut er mir die meiste Fahrt wie Fuchur über die Schulter.
Es geht gleich bergauf. Das Rad hat eine Gangschaltung und vier Stufen der elektrischen Unterstützung, von Eco bis Turbo. Der sportliche Ehrgeiz hat mich gepackt. Ich versuche die ersten Meter aus eigener Muskelkraft zu meistern. Aber halt. Was habe ich in diesem Urlaub gelernt? Kräfte wollen dosiert werden. Eco bleibt deshalb meine Grundeinstellung für den Rest des Weges und je nach Bedarf kann aufgestockt werden. Niemals hätte ich gedacht, dass mir bergauf fahren Spaß machen könnte. Es ist anstrengend, aber nicht zu sehr, so dass ich die Landschaft noch bewundern kann. Und sie ist wieder mal unbeschreiblich schön. Flora und Fauna präsentieren sich in all ihrem Facettenreichtum. Mein Wortschatz hat sich wieder drastisch reduziert auf den einen Satz: „Es ist so wunderschön!“.

Sportlich mit dem E-Bike: Ich bin begeistert, wie viel Spaß eine Tour mit dem E-Bike machen kann. Nach oben ein wenig treten und nach unten geht es dann fast wie von allein.
Plötzlich kommt uns aus dem tiefen Dickicht ein Bike entgegen geschossen. Haarscharf und mit ziemlichem Speed prescht der Fahrer an uns vorbei. Jetzt verstehe ich die Kritik an den neuen Bikes. Nicht die Technik ist das Problem, sondern die Menschen, die rücksichtslos damit umgehen und durch neue Möglichkeiten Orte erreichen, die ihnen vorher verwehrt geblieben wären. Fluch und Segen in einem, wie so oft.
Trotzdem bleibt die Fahrt ein imposantes Ereignis. Erst sind wir berauscht von der Natur und später von der Geschwindigkeit. Die Abfahrt geht wesentlich schneller. Nach einer kurzen Stärkung geht es bergab, mit 50 Kilometer pro Stunde auf unseren Zweirädern und befestigten Straßen, das versteht sich von selbst. Pucki´s Ohren flattern im Wind, während er die Aussicht aus meinem Rucksack genießt. Im Hotel angekommen sind wir ganz schön erschlagen. E-Bikes sind definitiv eine Bereicherung, nicht nur für Senioren.

Natur pur: Ein Ort zum Wohlfühlen und Entspannen. Dieser herrliche Ausblick lässt mich zur Ruhe kommen, lässt meinen Gedanken ihren freien Lauf und lässt die Großstadt Berlin ganz klein und weit weg erscheinen.
DAS AHA-ERLEBNIS
Zwei Wochen habe ich an diesem verzauberten Ort verbracht. Die Zeit ist gerannt und doch immer wieder stehen geblieben, der Takt hat seinen Rhythmus gefunden. Erholung und Erlebnis waren plötzlich keine Widersprüche mehr und während ich alle Gedanken zur Ruhe kommen lassen konnte, habe ich etwas Wichtiges verstanden. „Und die Menschen gehen und bewundern die Höhen der Gebirge, die gewaltigen Wogen des Meeres, den breiten Fluss der Ströme, den Umfang des Ozeans und den Umlauf der Gestirne, auf sich selbst aber achten sie nicht.“ (Aurelius Augustinus)
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By |2019-06-20T11:27:50+00:00Dezember 18th, 2018|Lea Woitack, TRAVEL|Kommentare deaktiviert für Stadt, Land, Berg – Meine perfekte Auszeit in Südtirol (Teil 2)